Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 23 (sequence 25)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 23 den Turngedanken zu wecken. ' Hoffentlich haben wir in Teplitz bald einen Bruderverein. — Der Eislaufplatz, der mit einem Aufwand von ca. 500 K. auf dem Sommerturnplatz in eigener Regie eingerichtet wurde, wird immer mehr der Sammelplatz vieler, uns sonst fernstehender Kreise und ist ein vorzügliches Mittel zu körperlicher Hebung ohne die Zucht des Turnsaales. Die Rentabilität läßt allerdings noch zu wünschen übrig. Die Ergebnisse unserer statistischen Aufnahmen sind: Es turnten in den vier Abteilungen 81 pCt. Knaben, 70 pCt. Mädchen, 67 pCt. Frauen und 51 pCt. Männer. £• H. Wien-Doebling. J. T.-V. Unsere ordentliche Generalversammlung fand am 1. Februar, vormittags 10 Uhr, im Turnsaal statt. Ein Bericht folgt in der nächsten Nummer dieses Blattes. Tarnopol. Der hiesige Jüdische Turnverein „Bethar“ mußte vor einiger Zeit seine Tätigkeit einstellen. Auf die rührige Initiative des Vorstandes unseres Qalizischen Kreises ist es indes gelungen, den Verein vor 4 Monaten von neuem ins Leben zu rufen und diesen wichtigen Posten der Jüdischen Turnerschaft zu erhalten. Schon jetzt entfaltet der Verein eine rege Tätigkeit und umfaßt in 7 Kursen 205 aktive Turner. Sämtliche Kurse leitet Herr cand. ing. Plahner, der in Lemberg turnerisch aussebildet ist. Die Kommandosprache ist hebräisch. Die Vereinsadresse ist: Samuel Reiter, cand. jur., Tarnopol, Brodzinskigasse 20. Triest. Wie der Corriere Israelitico (Triest) berichtet, beabsichtigt der „Circolo Sionistico Triestino“ die Gründung 'einer Sport-Abtlg. Bis jetzt haben sich ungefähr 50 junge Leute bereit erklärt, sich aktiv daran zu beteiligen. Zu wünschen wäre, daß trotz aller lokalen Schwierigkeiten das Werk zustande käme. Triest als Vorposten von Italien könnte auch lür Italien selbst nicht ohne Einfluß auf die Verbreitung der jüdischen Sport- ■dee bleiben und deshalb wäre es doppelt zu begrüßen. (Aus dem Corriere Israelitico vom 1. Januar 1914.) Cöln. Jüdischer Turnverein. Am 24. Januar fand unsere diesjährige Generalversammlung statt. Aus den Berichten des Vorstandes ersah sich das erfreuliche Bild eines regen Aufschwunges des Vereins. Im einzelnen sei folgendes hervorgehoben. Das verflossene Jahr brachte uns zunächst eine Klarstellung unseres Verhältnisses zu der jüdischen Gemeinde. Wie bekannt, wurde die uns seit «iner Reihe von Jahren bewilligte Subvention von 300 M. seitens der die Gemeindestube beherrschenden liberalen Partei verweigert mit der Begründung, daß der Jüdische Turnverein als ein nationaljüdischer Verein eine Gefahr für die jüdische Jugend bedeute. Diesen unerhörten Angriffen gegenüber nahm der Turnverein in einer imposanten Protestversammlung vom 5. Juni Stellung, Unsere Redner, der Vorsitzende des Deutschen Kreises, Herr Rechtsanwalt Dr. Hirsch aus Berlin und Herr Max Goldreich aus Beuel legten unseren Standpunkt der jüdischen Oeffentlichkeit dar. Nach lebhafter Ansprache wurde eine Resolution angenommen, in der die Angriffe der Gemeindevertretung in schärfster Weise zurückgewiesen wurden. Für uns aber naben wir die Lehre gewonnen, daß wir von jener Seite auch nicht das geringste Verständnis für unsere Arbeit mehr zu erwarten haben, geschweige denn irgendwelche Unterstützung. Um so mehr wird uns dies ein Ansporn Pin, unserer Arbeit, nur auf unsere Kraft gestützt, zum Erfolge zu verhelfen. D*r Sympathie aller wahrhaft jüdisch empfindenden Kreise sind wir hierbei "versichert.