Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 1 9 liehe hiesige Sportvereine sowie an angesehene Bürger unserer Stadt versandt. Nach dem Schauturnen fand für die Teilnehmer der Brudervereine, die Vertreter der Sportvereine und der Presse ein spezielles Bankett im Vereinslokale statt. Ein ausführlicher Bericht hierüber wird in der nächsten Nummer der „Monatshefte“ veröffentlicht werden. Endlich gelang es, von den Behörden die Genehmigung zur Herausgabe einer jüdischen Zeitschrift unter dem Namen: „Erste Jüdische Sportzeitung“ zu erlangen. Mit dem Erscheinen dieses Organs erhält die jüdische Turnsache die Form einer organisierten Bewegung, die sich zum Zwecke macht, die Juden Rußlands körperlich sowie geistig zu gesunden. Das Organ bezweckt, aus unserer Sache eine Volksbewegung zu schaffen. Als Redakteur-Herausgeber zeichnet Herr A. Morgenstern. Das erste Heft wird im Anfänge Februar erscheinen. Zglerz. Beim hiesigen jüdischen Musikverein „Hazomir“ wurde die Gründung einer Turn-Sektlon beschlossen, die bereits am 1. Januar dieses Jahres ihre Tätigkeit begonnen hat. Gleich bei der ersten Turnstunde war ersichtlich, daß das Interesse für das Turnen recht groß ist, da sich bereits 35 Herren als aktive Turner zum Turnunterricht gemeldet haben, so daß die Turn-Sektion gesichert erscheint. Unter Anleitung des Turnlehrers Herrn Steinfelder werden die Uebungsabende pünktlich besucht und schöne Resultate erzielt. Auch wurden einige Vorträge über die Entwicklung des Turnens vom Verwaltungsmitglied Herrn Dr. Salzwasser abgehalten. Es iinden oft Ausflüge und sonstige Veranstaltungen statt. Aus dem wenigen Gelde, das ihm zu sparen schon gelungen ist, hat der Verein sich einige Geräte angeschafft und wird sich in nächster Zeit noch mehr anschaffen. Das Turnen findet am Mittwoch von 8—10 Uhr und Sonnabends von 6—8V2 Uhr abends im Lokale des „Hazomir“ statt. Im Verlaufe der kurzen Zeit seines Bestehens hat sich der Verein hervorragend entwickelt und erfreute sich eines verhältnismäßig regen Besuches. Die Verwaltung besteht aus folgenden Herren: A. Eiger, Dr. M. Salzwasser und A. Morgenstern. Jakob Strykowski. Des Antizionsknaben Wunderhom. Von C. Kaiser- Berlin. „Lieber Freund! Wir bitten Sie, für unser Blatt die neue antimonistische „Aufklärungsschrift“ zu besprechen.“ — Eine nette Aufgabe! J’a* denn los: Aufklärung! Sie wissen schon! Wie sage ich’s meinem deutschen Kinde jüdischen Glaubens? Also, lieber Leser, im Mai vorigen Jahres, als alle Knospen sprangen, ™ ®rschien in holdem Knallgrfln prangend auch die erste der „Schriften zur Aufklärung über den Zionismus“. Vater: Unbekannt, Mutter: Antizionistisches Komitee in Berlin, Taufname: Zionistische Taktik. Ein schläfriger Wortklauber bewies darin die Unrichtigkeit des Zionismus, im wesentlichen a« Hand der Tatsache, daß in einer zionistischen Zeitung einmal die rohe und häßHche Geburtsanzeige „Zionistin angekommen“ gestanden hat. Man mußte sich ernstlich fragen, wie das Antizionistische Komitee ein derartig mifloses Gestammel ln einer Auflage von hunderttausend Exemplaren drucken assen konnte. Glaubte man wirklich mit solcher Geisteswaffe einer ernsten oiksbewegung etwas anzuhaben, einer Bewegung, gegen die sich doch — W e Segen jede andere Bewegung auch — eine Anzahl vernünftiger Gründe