Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 15 (1914)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1914)
- Date
- 1914-01-01
- Page
- Seite 6 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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6 No. 1 dischen Glaubens“, der früher als Vertretung des gesamten deutschen Judentums im Kampfe um die bürgerliche Gleichberechtigung angesehen wurde, hat auf seiner letzten Hauptversammlung in scharfer und denunziatorlscher Weise gegen den nationalen Gedanken im allgemeinen und auch gegen unsere Turnerschaft im besonderen Stellung genommen. Wir sind die Antwort auf diesen Angriff nicht schuldig geblieben und haben in mehreren Orten in öffentlichen Versammlungen dagegen opponiert. Das Jahr 1913 hat uns manchen greifbaren Erfolg gebracht. Vieles ist vorbereitet und wartet der Erfüllung im Jahre 1914. Wir werden die Arbeit frohen Mutes auf den Wegen, die wir als richtig erkannt haben, fortsetzen. F. A. Die jüdische Turnbewegung in Galizien. (Jahresbericht 1913 unseres Galizischen Kreises.) Zweierlei Mittel waren es, deren wir uns beim Streben zur Verwirklichung unseres Ideals bedienten: das eine waren die Turn- und Sportvereine, das andere die Organisation der Schomrim. I. Die Turn- und Sportvereine. Wir waren uns dessen bewußt, daß die Turnvereine in Gatoien, welche fast ohne Ausnahme die Leibesübungen in geschlossenen, verhältnismäßig kleinen, unhygienischen Räumen betrieben, ihre Aufgabe nicht gehörig erfüllen; es fehlten vor allem die Bewegungsspiele im Freien. So entstanden die Sportvereine mit ihren außerhalb der Stadt gelegenen Uebungsplätzen. Jedoch fa.ßten die Sportvereine ihre Aufgabe irrtümlich auf; sie hielten es für ihr einziges Ziel, um jeden Preis in dieser oder jener Sportgattung einen höheren Rekord aufzustellen, als die nichtjüdischen Sportvereine; sie vergaßen oder wußten es überhaupt nicht, daß sie zusammen mit den Turnvereinen rein jüdische Aufgaben zu lösen hätten. Wir haben uns bestrebt, in die Turn- und Sportvereine ein gemeinsames Turn- und Sportprogramm einzuführen; alle durch uns neugegründeten Organisationen haben demgemäß nicht nur das gemeinsame Programm, sondern tragen auch den gemeinsamen Namen: „Turn- und Sportverein“. Zwei Seiten sind in der Organisation eines jeden unserer Verbandsvereine zu unterscheiden: die administrative und die fachmännische. Die administrative Richtung. Wir erteilten den Ausschüssen der Vereine, oder' einzelnen Personen, welche erst an die Gründung einer entsprechenden Organisation schreiten wollten, ausführliche Ratschläge. Wir belehrten sie, welche Einnahme» Quellen Ihnen zur Verfügung stehen, welche öffentliche jüdische Institutionen den betreffenden Verein zu subventionieren geneigt sind. Auch bei der Miete des Turnsaales gingen wir unseren Kreisvereinen an die Hand und waren stets darauf bedacht, die einzelnen Vereinsausschüsse in der Richtung zu beeinflussen, daß sie ihren Turnsaal wenigstens den bescheidensten Postulaten der Hygiene entsprechend einrichten und mit den unentbehrlichsten Geräten der deutschen und der schwedischen Gymnastik versehen sollen; um die billigste Turngeräiequelle finden zu können, setzten wir uns mit einer Reihe von in- und ausländischen Firmen in Verbindung, um schließ* lieh die Offerte der Fa. Robert Keller in Bielitz zu akzeptieren; die obige