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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 269

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 269 (sequence 35)
Language
German
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No. 8 269 befolgt zu sehen. Unser Bild zeigt nun zwei der tüchtigsten Mittelstreckenp. er Berlins, von denen der Sportbeflissene manches wird lernen können, ein glücklicher Zufall komt uns bei Betrachtung des Bildes zustatten und erhöht seinen Wert als Lehrmittel ungemein: im allgemeinen werden die Teilnehmer eines Rennens auf der Strecke in gleichem Takte laufen, d. h. *chritt halten. Der innere Drang des Menschen, bei einer jeden Arbeit, aie er mit anderen gemeinsam verrichtet, einen bestimmten Rhytmus zu suchen, der ihm die Tätigkeit erleichtert, hommt auch hier zur Qeltung. . otographische Aufnahmen werden uns demnach die einzelnen Läufer meist In Kenau dem gleichen Stadium der Bewegung zeigen. Eine Ausnahme wird nur dann eintreten, wenn einer der Läufer das angeschlagene Tempo nicht zu halten vermag, oder wenn er den Vordermann zu überholen sucht. Dann muß er nämlich, um seinen Zweck zu erreichen, entweder längere oder schnellere Schritte machen. In beiden Fällen wird er „aus dem Schritt körnen“ und demnach sich zeitweise in einer anderen Stellung befinden als sein Vordermann. Solch einen Fall haben wir vor uns, und wenn wir uns vorzutäuschen suchen, daß die beiden Figuren denselben Läufer in verschiedenen Stellungen zeigen, dann ist die Illusion einer kinematographischen Aufnahme vollkommen. (Daß der eine Läufer den rechten, der andere den unken Fuß gerade vorsetzt, kann den Eindruck nicht stören.) In vorbildlicher Weise zeigen die beiden Läufer zunächst die Neigung des gesamten Körpers nach vorn, die allein ein weites Ausschreiten und eme sparsame Arbeit beim Laufe ermöglicht. Und zwar ist genau zu ersehen, wie der hintere Läufer im früheren Stadium des Schrittes noch nicht so weit vornflberliegt als der vordere. Auch das Abstoßen des Fußballens zum ganz flüchtigen Zehenstand wird durch einen Vergleich beider Läufer ersichtlich. Die Arbeit des ausschreitenden Beines zeigt, wie das Heben des Oberschenkels von einem Vorschleudern des Unterschenkels begleitet wird. Auch beim vorderen Läufer vWrd diese letztere Bewegung nicht eher ihr Ende finden, als bis der Fuß den Erdboden berührt hat. Die Armarbeit uer beiden könnte vielleicht ein wenig zu krampfhaft erscheinen, und besonoers der hintere winkelt den linken Arm unverhältnismäßig stark. Die Haltung des Kopfes, mit leicht angezogenem Kinn, ist wiederum durchaus korrekt und wirkt einer vorzeitigen Ermüdung der Schulter- und Nackenmuskulütur entgegen. So zeigt sich an diesem kleinen Bild recht deutlich, welche Bedeutung der Wiedergabe sportlicher Aufnahmen in unserer Zeitschrift überhaupt zukommt. Wer aufmerksam darin zu lesen versteht, den vermögen sie in seiner sportlichen Leistung manchmal mehr zu fördern, als ein ganzes noch so anschaulich geschriebenes Lehrbuch. F. A. Baseball in Amerika. Von Alfred Burin, New-York. Amerika hat im Oktober den Höhepunkt seiner diesjährigen sportlichen Saison überschritten. Vom Atlantic zum Pacific, von den großen Seen 2Um Qolf, und darüber hinaus, ja überall in der Welt, wo Amerikaner wohnen, hat man in diesen Tagen mit einer Spannung ein Spiel verfolgt, das hnt Recht das Nationalspiel der Amerikaner genannt wird. Der Fremdling, her zum ersten Male die Baseballseason Amerikas miterlebt, muß mit Er-

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