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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. Seite 267

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
Seite 267 (sequence 33)
Language
German
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No. 8 267 Sute, sowie der vom Anfang gut trainierte Schwimmer auf regelmäßigen Atem wohl Acht gibt. Die Wintersports, die ein ganz besonderes Kapitel der Körperpflege bilden, haben einen bedeutenden Vorteil voraus. Es ist dies die von beinahe jeglichen Infusorien freie Luft, welche in so mancher Hinsicht der staubreichen, warmen Atmosphäre, die uns im Sommer umgibt, vorzuziehen ist. Leider ist bei uns noch bisher das Schlittschuhlaufen bei vielen Anhängern der einzige Wintersport, der eifrig betrieben wird. Der begrenzte Raum, die einem Tanzsaal eher als einem Sportplatz eigene Atmosphäre, das Sprechen und gleichzeitige Einatmen der kalten Luft, die so schädlich auf die Atmungsorgane wirkt, dies alles sind Umstände, welche wohl der erfahrene oder vorsichtige Sportmann gewiß umgehen wird, die aber vielen beim Betreiben des Eislaufsportes natürlich geworden sind. Allerdings Werden beim Hockeyspiel diese üblen Nebenumstände nicht vorhanden sein, p Gerade das Gegenteil der Beschränkungen dieses Sportes sind das Ski- Jaufen und Rodeln, speziell das erstere; der weite, beinahe unbeschränkte Han, die unmittelbare Berührung mit der Natur sind Momente, welche diese aportzweige zu den gesundesten gestalten. Hier schließe ich die Besprechung der freien Uebungen und bemerke zum Schluß, daß bei rationeller Betreibung des Sportes, alle seine Zweige berücksichtigt und ausgenutzt werden sollen; der Sport soll ein Ganzes der freien Uebungen bilden, jede Spezialisierung ist energisch hintanzuhalten. Ich trete nun zum zweiten Hauptteile der Körperpflege, zu den methodischen Uebungen oder der Gymnastik. Vor allem muß festgestellt werden, daß das Turnen kein Ganzes der Physischen Erziehung, sondern bloß ein mächtiges Mittel derselben bildet. Das Turnen gruppiert sich hauptsächlich in zwei Systeme, das schwedische und deutsch-französische, welche tiefgehende Unterschiede aufweisen. Die Unterschiede liegen schon im Prinzip, von dem die beiden Schöpfer der Systeme ausgingen und in deren Bildungstypus. — Der wichtigste Fehler des deutschen Systemes ist die Fülle von athletischen und akrobatischen Ele- Jffenten, welche auf diesem Gebiete wirklich erstaunliche Resultate zustande bringen. Dieselben sind jedoch für den Organismus entbehrlich, ja sogar schädlich. Eine ganze Reihe deutscher Gerätenübungen wie Stemmen mit oder ohne Schwungwage usw. sind als Kraftübungen für Herz und f-ungen schädlich. Während Ling’s System Kraftübungen beinahe überhaupt vermeidet. Andere Uebungen wiederum wirken als akrobatische deformierend auf die Haltung des Körpers. Das schwedische System kennt solches I urnen überhaupt nicht. Die positiven Vorzüge des schwedischen Systemes sind erstens dessen Massencharakter, welcher gesundheitliche und erzieherische Bedeutung besitzt. Es entfällt hier nämlich die erzwungene Rast, hervorgerufen durch das Warten, bis die anderen die Uebung wiederholen und überhaupt die unhygienische Kombination der völligen Rast, mit der Plötzlichen Anstrengung. Den vornehmsten Vorteil bietet Jedoch dieser System durch die Auswahl seiner Uebungen. Wir haben da Uebungen aus schließlich zur Erweiterung des Brustkorbes und zur Korrektion der Haltung, eine Fülle von Atmungsübungen, und solchen die das Rückgrat strecken: «ieser vornehmlich hygienische Charakter ist es, welcher der leitende Qebanke seines Schöpfers gewesen ist. Die Einteilung der Uebungen erfolgte nach anatomisch-physiologischen Prinzipien, während im deutschen Turnen «ne auf der zufälligen Wahl dieses oder des anderen Geräts beruht. Ohne Rücksicht jedoch auf das System, ist für die rationelle Leitung der Turnstunde der tüchtige Vorturner von eminenter Bedeutung. Nur der Turnlehrer, welcher das richtige Verständnis für die Sache besitzt und seinen

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