Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 8 (Dezember 1913)
- Date
- 1913-12-01
- Page
- Seite 266 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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266 No. 8 in Betracht, die gleichzeitig die deutsche Reichsangehörigkeit besitzen. Für die meisten von ihnen erhebt sich aber noch eine Schwierigkeit in der Bestim» mung, daß die Bewerber um das Sportabzeichen einem vom deutschen Reichs* ausschuß anerkannten Verbände angehören müssen. Das trifft meines Wissens bisher nur bei den Mitgliedern der Sportabteilung des Bar Kochba-Berlin zu und im übrigen noch bei den sicherlich nicht allzuzahlreichen, die neben der Mitgliedschaft zur Jüdischen Turnerschaft noch einem der anerkannten Verbände angehören. Die Existenz des Sportabzeichens dürfte also für die Vereine des Deutschen Kreises ein Grund mehr sein, wenn irgend möglich Sportabteilungen zu gründen und für diese die Aufnahme in die entsprechenden Sportverbände nachzusuchen. Ermöglicht doch auch die Zugehörigkeit zu' ihnen meist erst die Teilnahme an allgemeinen Wettkämpfen und gerade diese Konkurrenzmöglichkeit ist es, die immer und überall den Hauptantrieb zu sportlicher Betätigung bildet. Es wäre zu wünschen, daß sich die jüdischen Turner recht eifrig um das Sportabzeichen bemühten, erhalten wir ja so Jahr für Jahr ein gutes Bild unserer Leistungsfähigkeit, vor allem auch int Vergleich mit der gesamten deutschen Sportwelt. Aber auch unsere Turnbrüder in den außerdeutschen Kreisen, in deren Ländern ein derartiger „Befähigungsnachweis“ noch nicht existiert, dürften die angeführten Bedingungen einen willkommenen Maßstab für ihre eigene Leistungsfähigkeit abgeben und es würde sich für die einzelnen Vereine empfehlen, wenn irgend möglich, einwandfreie Prüfungen unter sachverständiger Aufsicht zu veranstalten und für die Erfüllung der geforderten Bedingungen etwa Diplome auszustellen. Hoffen wir also, daß in den Berichten der deutschen, wie auch außerdeutschen Vereine bald zahlreiche Namen aufgeführt werden, deren Träger den geforderten Bedingungen gerecht geworden sind, und daß so am Ende des Jahres ein großer Teil der jüdischen Turner aller Länder den Nachweis ihrer eigenen körperlichen Tüchtigkeit und damit der Leistungsfähigkeit und Lebenskraft der gesamten .Jüdischen Turnerschaft überhaupt erbracht haben. Karl Abraham, Charlottenburg. Die rationelle physische Erziehung. Referat, gehalten auf dem Delegiertentag des III. Kreises (Galizien) der Jüdischen Turnerschaft von Leon Kroch, Turnwart des „Dror", Lemberg. (Schluß.)* Unter dem Schlagwort Wandersport werden Fuß- und Bergtouren, Reiten, Radfahren und Rudern zusammengefaßt. Hier sehen wir ebenfalls» wie zwei Arten der Betreibung dieses Sportes prinzipiell auseinandergehen. Der eine so verlockende und von unserem Standpunkt zu verwerfende Weg ist der des Rekordes, des Wetteifers. Gerade hier sind die Organe, deren Kräftigung die Krone der Bestrebungen des Sportes sein sollte, Herz mm Lunge, in größter Gefahr, durch Ueberanstrengung ruiniert zu werden. Wie viel erstrebenswerter erscheint die zweite Art, .wie viel edler das Streben durch mäßige Wanderungen Land und Leute, die Natur in all’ ihrer Eigeü* heit, durch Ueberwindung der normalen Schwierigkeiten, welche sich dem Wanderer bieten, kennen zu lernen! Zweifellos ist der hier anzureihende Schwimmsport für die Ausbiß düng und Stählung des Körpers von eminenter Bedeutung, zumal, da der •) Vergl. Heft IV.