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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-12-01 · 8 (Dezember 1913) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
8 (Dezember 1913)
Date
1913-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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3üdifdie ülonafshefte für Curnen und Sport Organ der Jfidifdtnafionalen Jugendbewegung Berausgegeben pon der „Südlichen Curnerfdtiaft“ gV-Jahrg. Bett 8 Beninw.i?BWM«wi»tr. 25 Dezember 1913 Nachdruck der nachfolgenden Orieioalauf sitze All* Ssitdlingeit tu dl* Zwtral*! *t nur mit |*Mil*r Quellenangabe gestattet Fernspr.: Steinplatz 8361. Der Sinn unserer Organisation. Wir haben vor wenigen Monaten das zehnjährige Bestehen der Jüdischen Turnerschaft gefeiert. Unsere Wiener Tage legten stolzes Zeugnis ab von dem äußeren Wachsen unserer Organisation, von dem Vertiefen unserer Tendenzen. Ein Oefühl ernster Jugendfreude bezwang unsere Herzen bei der beglückenden Erkenntnis, daß wir jüdischen Turner und Turnerinnen von heute die Kerntruppe der jüdischen Jugend sind, daß die gesamte Judenbeit in uns ihre Zukunft und Hoffnung erblickt. Die Erkenntnis unseres Wertes haben wir in Wien erneuert. Mit neuer Liebe zu unseren Idealen, mit neuer Anhänglichkeit an unsere Organisation sind wir Fünfzehnhundert in unsere Wohnorte zurückgekehrt. Noch klingt in unseren Ohren der Wiederhall des unendlichen Jubels, der die Hohe Warte umtoste, als wir' jüdischen Turner und Turnerinnen in die Arena marschierten. Noch sehen wir vor uns die fünfzehntausend Juden, die »ns umjubelten als den sichtbaren Inhalt ihrer schönsten Hoffnungen. Wer unser Wiener Turnfest erlebt hat, der fragt nicht mehr nach dem Sinne unserer Organisation* Die Jüdische Turnerschaft fordert enorme Opfer von jedem ihrer Mitglieder, von jedem der ihr angeschlossenen Vereine. Wir fordern Opfer an Qeld, Opfer an Zeit, wir fordern mehr als das: den ganzen Menschen in seinen besten Jahren. Tausende junger Juden sehen in der Arbeit für unsere Ideale den Inhalt ihrer Jugend. Der Festrausch ist längst verklungen, und wir fragen uns in ernsten Stunden der Ernüchterung: Haben wir das Recht, diese Opfer anzunehmen? Kann die Turnerschaft unseren Prachtkerlen, die ihr ihre ganze Begeisterungsfähigkeit gewidmet haben, ein Aequivalent bieten für die enormen Verluste un Zeit, Geld, an zahlreichen Bildungsmöglichkeiten, die sie in unserem Dienste versäumen? Und diese ernste Frage trat uns entgegen, als wir zurückkehrten za den Tausenden unserer Freunde, die nicht mit uns in Wien gewesen. Die Frage nach dem Sinn unserer Organisation. In diesem Zusammenhang wollen wir hier nicht unsere Tendenzen erörtern. Die Fragestellung lautet: Inwiefern haben wie eben auf Orund unserer national jüdischen Tendenzen das Recht, die angedeuteten Opfer zu verlangen? Was bietet die Jüdische Turnerschaft den ihr angeschlossenen Vereinen und ihren persönlichen Mitgliedern?

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