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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 231

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 231 (sequence 37)
Language
German
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No. 7 231 An die Jüdischen Turn- und Sportvereine Galiziens. Liebe Turnbrüder! I. Unsere Arbeit, die die körperliche Wiedergeburt der Juden in Galizien zum Ziele hat, muß »fortwährend in Fühlung mit der ärztlichen Wissenschaft sein, und sich stets ihrer Hilfe bedienen. Die Leibesübungen, in unseren Turn- und Sportvereinen gepflegt, sind angepaßt dem Organismus eines normal-gesunden Menschen, bei welchem alle Organe, zumindest aber seine wichtigsten, fehlerlos funktionieren. Mitglieder, die nun unseren Vereinen beitreten, erfreuen sich nicht immer einer vollständigen Gesundheit und bei vielen sind wichtige innere Organe, wie Herz, Lunge und Nieren bereits angegriffen, bei manchen die Wirbelsäule krankhaft gekrümmt. Für alle diese sind daher unsere Uebungen teilweise oder ganz nicht entsprechend; im Gegenteil, das Turnen und der Sport wirken durch das Ueberanstrengen statt stärkend, schwächend und schädigend. Aus diesem Grunde ist es Pflicht aller Vereine, die sich mit der körperlichen Erstärkung befassen, eine Organisation ständiger ärztlicher Aufsicht zu schaffen. Die zu diesem Behufe herangezogenen Aerzte haben nicht nur die neu sich meldenden Mitglieder auf ihre Gesundheit zu prüfen sondern auch ihr Urteil abzugeben, ob die in den Vereinen geführten Uebungen nicht schädlich sind für die untersuchte Person. Gleichzeitig sind von Zeit zu Zeit auch die bereits übenden Mitglieder zu untersuchen, ob seit der letzten Untersuchung keine Verschlechterung eingetreten ist, was eine Aenderung der Uebungen zur Folge haben müßte, oder falls nötig, auch das Mitglied von weiteren Uebun- Ken auszuschließen. So ergaben die Untersuchungen der Aerzte-Kommission, durchgeführt im Juli 1. J. an den Teilnehmern des Sporttages in Lemberg, ein ungemein trauriges Resultat. Eine ganze Anzahl litt an organischen Krankheiten, wie Herzfehler, Lungenerweiterung, Nierenkrankheit, manche sogar an Tuberkulose im ersten Stadium. Für alle diese mußten die angestrengten Uebungen* besonders die beim Fußball, traurige Folgen zeitigen und der entgegengesetzte Zweck der Institutionen wird erreicht. Aus diesem Qrunde fordern wir Euch auf, nicht nur auf theoretische Grundlagen, sondern auf traurige Erfahrungen gestützt, in Euren Vereinen eine ständige ärztliche Hilfe einzuführen. II. Damit wir jederzeit über den Stand aller dem galizischen Kreis ungehörenden Vereine genau informiert sind, ist es Pflicht sämtlicher Turn- und Sportvereine, uns regelmäßig einmal im Monat nachstehende Fragen Kenau beantwortet einzusenden: 1. Wieviel Kurse hat Ihr Verein? 2. Wie ist ihre Frequenz, und welcher Art? a) Alter, b) Geschlecht, c) was für Uebungen werden gepflogen, ob schwedisch, deutsch, leichte Atlethik usw.? 3. Vor- und Zunahme der Kursleiter? 4. Ob und welche von diesen bezahlt sind? 5. Kassastand? 6. Welche Aenderung inzwischen sowohl in technischer als auch in administrativer Hinsicht eingetreten ist? In den späteren Berichten sind nur die Fragen zu beantworten, die me Aenderung zur Folge hatten, während bei den anderen einfach mit »unverändert" zu bezeichnen sind.

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