Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 7 (Oktober/November 1913)
- Date
- 1913-10-01
- Page
- Seite 230 (sequence 36)
- Language
- German
- Belongs to
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230 No. 7 Jüd. T. V. StryJ- Das Fehlen eines geeigneten Saales, sowie von Vorturnern erschwert hier das Arbeiten. Bisher wird in dem Lokal des Vereins „Zion“ geturnt, welches aber in keiner Hinsicht den Erfordernissen entspricht. Es werden daher Verhandlungen mit dem ruthenischen Turnverein, wegen Ueberlassung des Saales gepflogen, und besteht die Hoffnung auf ein günstiges Resultat, was für die Entwicklung des Vereins von großer Bedeutung wäre. Gortkov. Hier wurden Vorarbeiten zur Gründung eines Vereins eingeleitet., Krakau. Der J. T. V. begründete im letzten Winter eine Pfandfinder- Sektion, die sich als lokale Unterabteilung der „Haschomer — jüd. Skouting-Organisation für Galizien“ sehr schön entwickelte. Sie vereinigte zum Schluß des Schuljahres ca. 100 Mittelschüler beiderlei Geschlechts, die sich stets eifrig ihren Schomerpfiichten unterzogen. Zweimal wöchentlich wurden planmäßige halb- und ganztägige Ausflüge veranstaltet, die für einschlägige praktische S k o u t Übungen hinreichende Gelegenheit boten. Der Haschomer arrangierte unter anderem einen vierwöchentlichen Samaritanerkursus, dessen Leitung in opferwilliger Weise Herr Dr. Schwarzbart übernahm. Seiner interessanten, dem jugendlichen Hörerkreis vortrefflich angepaßten Vortragsweise ist es auch zu verdanken, daß von den 35 Teilnehmern 19 sich freiwillig zur Prüfung meldeten und dieselbe vor einer sachkundigen Prüfungskommission vortrefflich bestanden. Am 21. Juni hielt unser Th. Bernward Mann auf Einladung des Gesangvereines Hasomir aus Sosnowice (RussischrPolen) daselbst einen Agitationsvortrag, der zahlreich besucht war und dem die Gründung von Turnsektionen innerhalb der Hasomir-Vereine Sosnowice und B e n d z i n folgte. Sowohl in Sosnowice wie auch in Bendzin sollen äußerst günstige Bedingungen für das Gedeihen unserer Sache vorhanden sein. Leider macht sich in beiden Städten der Mangel an geschulten Turnwarten fühlbar. Zu dem sechswöchentlichen Vorturnerkursus der von der galiz. Kreisleitung während der Schulferien in Lemberg veranstaltet wurde entsandte unser Verein die Turngenossen Leo Kahane und H. Rose. — Beim Wiener Turn- und Sportfest war unser Verein durch eine 16 aktive Turner zählende Mannschaft vertreten und es gelang auch unserem Turngenossen Leo Kahane, den zweiten Preis im Diskuswerfen davonzutragen. Am 4. Oktober fand hier ein Footballmatch zwischen Makkabi I. und Jutrzenka statt, das mit einem Goalverhältnis von 3:2 (2:1) endete. Das Treffen dieser beiden jüdischen Sportvereine war deshalb interessant, weil die Rivalität dieser Vereine nicht nur im Sportlichen, sondern vielmehr im Politischen zutage tritt. Während nämlich der Makkabi auf einem rein sportlichen und allgemein jüdisch-nationalen Boden steht und dem galizischen Kreise angehört, ist die J u t r z e n k a der einzige jüdische Sportklub in Galizien, der aus sozialistischen Konkurrenzgründen entstanden, noch heute eine extremassimilatorische Richtung vertritt. — Was das oben angeführte Endresultat anbetrifft, entspricht dasselbe keineswegs der tatsächlichen Spielstärke beider Mannschaften. Der Makkabi hatte wieder einmal einen unglücklichen Tag. So versagte fast vollständig der sonst tüchtige Tormann und die Halfbacksreihe verwechselte fortwährend ihre Ron® mit der der Backs. Die Stürmerreihe war zwar stets in der Offensive, ® wurden aber mehrere gute Chancen verschossen. Ausgezeichnet in Form und Wirkung waren Schneider und Tislowitz.