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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-10-01 · 7 (Oktober/November 1913) · p. Seite 228

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
7 (Oktober/November 1913)
Date
1913-10-01
Page
Seite 228 (sequence 34)
Language
German
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228 No. 7 Sternhell, tüchtige Mitwirkung speziell in fachgymnastischen Fragen verspricht O. Viktor Bryllant. Minder glücklich erging es dem Turnverein „D r o r“ in Kolomea, dessen Statuten anfangs dieses Jahres bestätigt wurden. Ganz Kolomea besitzt nur einen entsprechenden Turnsaal der reichlich mit allen nötigen Turngeräten versehen ist. Der Saal gehört der hiesigen Baron Hirsch-Schule. Jedoch konnte der Direktor dieser Schule es nicht übers Herz bringen, den Saal dem Vereine für einige Stunden wöchentlich zu überlassen, denn er kann ja unmöglich „separatistische“ Bestrebungen der jüd. Jugend unterstützen, auch wenn der Saal gänzlich unbenutzt bleiben, und die Geräte verkommen sollten. An einen anderen Saal kann vorderhand nicht gedacht werden, der junge Verein besitzt keine materiellen Mittel, und die bekannte schlechte Lage, unter der ganz Galizien jetzt leidet, läßt keine Hoffnung aufkommen, auf irgend wiche Weise unser Ziel zu realisieren. Ein zweiter gymn. Sportverein wurde kürzlich von unseren Gg. N. S. in Gliniany gegründet. Es muß betont werden, daß unsere Gg. in Gliniany ganz aus eigenem Antriebe, ohne irgend welche Aneiferung sich an das org. Korn. — über welches Sie in der Parteipresse gelesen haben — sich mit der Bitte wandten, ihnen bei der Gründun geines Turnvereines behilflich zu sein. Das O. K. hat ihnen natürlich mit größter Freude jede Unterstützung und Beihilfe zukommen lassen und schon die Tatsache, daß nach 3 Wochen ein Verein begründet und organisiert wurde, und das Turnübungen,wenn auch anfangs ohne Geräte stattfinden und stark frequentiert werden, beweist, mit welchem Entausiasmus unsere dortigen Turbrüder ihre Aufgabe aufgegriffen haben. Ihr Programm umfaßt nicht nur Turnen und Sport, sondern auch Schießübungen, als den jüngsten Zweig körperlicher Erziehung, Die Gründung dieses Vereines erfüllte uns mit größter Freude, eifert uns zur weiteren energischen Arbeit an, lehrt uns, daß die jüd. Jugend Anerkennung für die Wichtigkeit körperlicher Widergeburt findet und wi rerwarten mit Sicherheit daß das Beispiel unserer Gg. in Gliniany in Kurzem Nachahmung finden wird, Weniger erbauliche Nachrichten erreichen uns aus Tarnol, wo der dortige Turnverein „Bethar“ seines Turnsaales verlustig gegangen ist, und momentan keinen anderen zur Verfügung hat, und infolgedessen die bis nun geleisteten Turnübungen einzustellen sich genötigt sah. Wir lassen nicht die Hoffnung fallen, daß dieser kritische Stand nur augenblicklich und vorübergehend ist, da wir großes Vertrauen zu den Vätern dieses Vereines Gg. Rd. Israel, Waldmann und Dr. I. Landau hegen, an die wir auch bereits brieflich appelliert haben. Mit diesen kudrzen Zeilen sei auch ein ApPe^ an die jüdischen Einwohner Tarnopols und vor allem und besonders an die dortige jüd. akad. Verbindung „Barkochba“ gerichtet, deren Pflicht und Schuldigkeit es doch ist, die jüd. Institutionen, zumal Turnvereine zu stützen, daß es ihr energisches Trachten sein soll, den Bethar wieder auf die Füße zu stellen. Der „Dror“ in Stryj ist seit einem Jahr in guter Entwicklung begriff^1 und wächst an Quantität dank der Energie des Trbr. Presser, fortwährend, wartet aber auf die Instandsetzung des Saales „Zion“ um eine weitere Tätig' keit entfalten zu können. Der Turnverein in Drohobycz hat seine Not mit dem Mangel an einen geeigneten Turnleiter, Jedoch kommt ihm das O. K. in Hilfe, indem es ihm regelmäßig leicht zugänglich bearbeitete Turnlektionen übersendet, die dann von Prubr. Tammr auf den Turnstunden ausgeführt werden. So viel über das bisherige Tun und Schaffen des O. K. — Es bliebe noch die Richtung, nach welcher hin das O. K. seine Arbeit lenkt zu erfassen.

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