Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 5 (Juni/Juli 1913)
- Date
- 1913-06-01
- Page
- Seite 167 (sequence 33)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 5 167 Kommandorufe vernehmen. — Präzise 3 Uhr trat die Damenriege unter der Führung ihres Leiters N. Saphir und der Vorturnerin Oisa Witrofsky auf den Plan, freudigst akklamiert, unter den Klängen der „Hatikwah“. Die anmutigen Qruppenbildungen, die rhytmischen Bewegungen, von einem lieblichen Walzer begleitet, das einheitliche Turngewand,die lachende Sonne, das alles löste das Gefühl der Freude darüber aus, daß unsere jüdischen Mädchen so brav zur jüdischen Turnsache halten. Beim Abmarsch der Damenriege und Aufmarsch der Männerriege zu den Freiübungen mit Stäben wurde das jüdische Turnerlied „Wohlan laßt das Sinnen und Sorgen" intoniert. Die Leitung des gesamten Männerturnens oblag Th. Ing. Patzovsky. Zielbewußt, unermüdlich und energisch unterzog er sich dieser Aufgabe und mit Erfolg. — Es folgten: kunstvoller Sternaufmarsch, 4 Serien von Stab- Übungen beim „Marsch der finnländischen Reiterei". Das Geräteturnen der Damen am Tisch unter Leitung des Tb. Saphir und am Barren Tb. Hayek begegnetem besonderen Interesse, da dieser Aufwand an Mut und Energie, wie er dabei zu Tage trat, doch bei Damen etwas Ungewohntes ist. Das Geräteturnen der Männer gliederte sich in das der Reckriege mit Tb. Bobasch, der Barrenriege mit Tb. Hayek, der Tischriege mit Tb. Alter und der Pferderiege mit Tb. Saphir als Leiter. Nicht so sehr Bravour als die große Sicherheit und Vollkommenheit in der Ausführung kam zur Geltung. Den Höhe- Punkt bildeten die folgenden Musterriegen, wo der Einzelne seine turnerische Eigenart frei entfalten konnte. Die Riesenwellen, Felgen und Aufzüge, Schwung- und Kraftübungen wurden jede einzeln mit Begeisterung vom Publikum aufgenommen. Es turnten in der Musterriege die Damen: Bondy, Dubsky, Frankl, Samuel, Schick, H. Singer, Susicky. G. Witrofsky, die Männer: Alter, Bobasch, Blum, Frankl, Gottlieb, Hayek. Klein, Klinger, Patzowsky, Witrofsky. — Als letztes und bestes wollen wir die beiden Wiener üäste und Turner, die Herren Friedmann und Weiss anführen, welche als Vertreter des Westösterreichischen Turnkreises gekommen waren. Ihre Uebungen am Reck, Barren und Tisch waren meisterhaft und mit wunderbarer Ruhe und Sicherheit ausgeführt. Sie haben den Prager Turnern weite Perspektiven •n turnerischer Entwicklung gewiesen. Tags darauf leitete Herr Friedmann in liebenswürdiger Weise am Sommerturnplatz einen Vorturnerkurs. Das Fest ist verrauscht: Wieder muß der unbiegsame feste Wille, den lurnbetrieb zu systematisieren und den Turnverein auszubauen, alle wie bisher beherrschen. Nun sollen die Alte Herrenriege und eine Zöglingsriege gegründet werden. Brünn. J.T.V. Am 20. April d. J. fand im großen Festsaale des Deutschen Hauses das Schauturnen des Jüdischen Turnvereines Brünn statt. Es war dies die erste rein turnerische Veranstaltung unseres jungen Vereines. Unter den Klängen des Hatikwah marschierten die ausübenden Mitglieder des Vereines, 108 an der Zahl, in den Saal. Nach beendigter Aufstellung begrüßte Herr Dir. Wiesner mit wenigen Worten die Gäste. Hierauf begannen die turnerischen Vorführungen, die in bunter Folge ein Bild der turnerischen Arbeit des Vereines gaben. Hervorheben wollen wir die Zöglingsriege unseres Vereines, welche sowohl bei den Freiübungen als beim Sektionsturnen am Barren gute Leistungen zeigte. In der Sondervorführung zeigte eine gemischte Damen- und Herrenrfege einen Stab- und Keulenreigen, der in seiner turnerischen Schönheit den Höhepunkt des Schauturnens bildete Den turnerischen Fachmann aller-