Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 4 (Mai 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 133 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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133 No. 4 Die unregelmäßigen Bewegungsspiele kennzeichnen sich durch ihre Ziellosigkeit, durch den Mangel jedweden Erfolges; es sei bloß die Bewegung an sich, welche Vergnügen schafft, sie entsprechen daher nur dem kindlichen Gemüt. Allerdings wird der als Sport betriebene Lauf und Sprung der Merkmale dieser Gruppe verlustig. Die regelmäßigen Bewegungsspiele vereinigen in sich nebst den selbstverständlichen gesundheitlichen auch vorzüglich soziale Vorteile. Da sie jedoch vielfach zu schädlichen Uebertreibungen führen, ist es angezeigt, daß in jedem Verein eine sachverständig“ Leitung die Gesetze des Trainings, die der Hygiene und soweit dies möglich ist, die individuellen und altersstuflichen Unterschiede festhält und strikt befolgt. Spiele, wie Fußball, Hockey, Tennis etc., haben doch hohe Bedeutung und deshalb sollen sie überwacht und vor Anomalien geschützt werden. Eine spezielle Gruppe der freien Uebungen bilden die Kämpfe, als Ring- und Faustkämpfe, das Boxen und Fechten. Die so allgemein beliebten Ringkämpfe sind aus dem Grunde nicht empfehlenswert, da das verzweifelte Anspannen aller Muskeln bei gleichzeitiger Zurückhaltung des Atems zum großen Nachteile für Herz, Puls und Lunge sind. (Schluß folgt.) Aus den Kreisen. Deutscher Kreis.*) Hallenturnfest am 24. März (Frauenturnen). Hundertfünfzig Turnerinnen vom Bar Kochba und Jüdischen Frauenbund für Turnen und Sport traten im Laufschritt zu den Uebungen an, die °bne Kommando nach Musik geturnt wurden. Die in der Zusammensetzung einfachen, in der Bewegung formenschönen und ergiebigen Uebungen wurden von einer Vorturnerin vor-, von der Abteilung nachgeturnt. Ihre methodische Klarheit und korrekte Ausführung befriedigten den Turnverständigen, die gleichmäßige rhythmische Bewegung der Masse bot dem laienhaften Zuschauer ein erfreuliches Bild. Danach Vorführungen an 12 Barren: Für die Ungeübtesten gruppenjbäßig geordnete Hangstandübungen von trefflicher Wirksamkeit; für die Fortgeschrittenen Querliegestütz mit verschiedenen Schwungübungen verbunden, die schon einige Uebung voraussetzten; für die besten Turnerinnen schwierigere Geschwünge, die an Mut und Gewandheit schon höhere Ansprüche stellen. Es ist wahrscheinlich, daß dem oberflächlichen Beurteiler das gelohnte bunte Bild vieler Riegen an allen möglichen Geräten fehlte. Doch die regelrecht methodische Auswahl der Uebungen sicherte den Beifall des r heoretikers, der in der zielbewußten Planmäßigkeit die Garantie des Erfolges sieht. Die technischen Aeußerlichkeiten der Ausführung bewiesen eine geschulte Leitung, die gute und richtige Ausführung der Uebungen eine erreuliche allgemeine Durchbildung aller Turnerinnen. Die Vorführungen der Florettfechterinnen des „Ifftus“ erfreuten sich ongeteilten Beifalls des sachverständigen und — unverständigen Publi- Die Birkochbanerinnen zeigten korrekt ausgeführte Handgerätübungen, r!i_nach Musik reigenartig geturnt wurden. Lene Cohn. *> Vergl. Aprilheft.