Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 4 (Mai 1913)
- Date
- 1913-05-01
- Page
- Seite 124 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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124 No. 4 Das Schauturnen sowie die Versammlung brachten dem Verein 25 Neuaufnahmen, sicherlich nicht der kleinste Erfolg unserer Veranstaltung. Prag. Der J. T. V. Prag hat nunmehr sein 1. Halbjahr zurückgelegt. (Nov. 1912—März 1913) Trotz mancher Unzulänglichkeiten hat er seine Notwendigkeit und Lebensfähigkeit bewiesen. Der Turnbetrieb ist systematisiert, die Disziplin gefestigt und die Freude am Turnen in beiden Riegen, —. Damen- und Herrenriege — gestiegen. — Es turnen derzeit 26 Damen in einer und 66 Männer in zwei Abteilungen. Die Besuchsziffer im März beträgt bei den Damen 94 Prozent, bei den Männer 56 Prozent im Durchschnitt. Außer Zweifel wird der Sommerturnplatz, dessen Instandsetzung nunmehr der Ausschuß für seine dringendste Angelegenheit hält, der er einen guten Teil der disponiblen Barmittel wird opfern müssen, recht belebend auf den Turnbetrieb wirken. Es dürften auch weitere Kreise Prags damit für die jungjüdische Turnsache interessiert werden, da der Turnplatz zentral gelegen ist und zweckentsprechend eingerichtet sein wird. Die Uebungen für das Ende Mai stattfindende Qartenfest wurden bereits in beiden Riegen, von Damen und Herren aufgenommen. Proßnitz. J. T. V. Die am 29. p. stattgehabte Generalversammlung hat folgendes Ergebnis der Neuwahlen in den Turnrat. Obmann: Leo Ballek; stellvertretender Obmann: Hugo Hänig; Turnwart: Hugo Hänig; stellvertretender Turn wart: Robert Steckler; Leiter der Damenabteilung: Leo Ballek, dessen Stellvertreter: Wilhelm Kleiner; Schriftführer: Josef Grabscheid, II. Schriftführer: Amalie Platzer; Kassierer: Richard Babasch; II. Kassierer: Else Lasus; Zeugwart: Paul Offer; Beisitzender :Leo Bergei, Leopold Neuhoff. Wien. Der Ottakringer Jüdische Turnverein „Massada“ hat mit seinem Schauturnen am 31. März einen schönen Beweis ernsten Strebens erbracht. Die turnerischen Einzelleistungen in den Mädchen- und Männerriegen boten viel Schönes und fanden bei den zahlreich erschienenen Publikum lautesten Beifall. Geradezu vorbildlich ist aber die „Massada" dadurch geworden, daß sie auf Anregung ihres unermüdlichen Obmannes Dr. Gottlieb Stern als erste unter den Wr. jiid. Turnvereinen das hebräische Kommando eingeführt hat. Diese konsequente nationale Tat machte allseits den besten Eindruck. (Auch auf uns! D. Red.) Wiener Wanderbund „Blau-Weiß“. In Wien konstituierte sich ein Wanderbund „Biau-Weiß“. Dieser Bund hat den Zweck, die jüdische Jugend, die in der verderblichen städtischen Atmosphäre zu einem müden und naturfremden Geschlecht heranwächst, hinaus in die freie Natur zu führen; hier soll ihr die Liebe zu dieser eingepflanzt werden, damit aus ihr ein starkes und frohes Volk erwächst, das Licht und Freiheit will. Unter Leitung verläßlicher Führer sollen planmäßige Wanderungen veranstaltet werden. Hier sollen die Kinder in turnerischer Zucht zu einem gesunden üemeinsamkelts- und jüdischem Nationalbewußtsein erzogen werden.