Mannheim
Compact Memory

Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-05-01 · 4 (Mai 1913) · p. Seite 121

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
4 (Mai 1913)
Date
1913-05-01
Page
Seite 121 (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/6492379-5965024-5965356--144-4922332
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

No. 4 121 sich bei uns dabei ein eigenartiges Gefühl staunender Freude. Wohl wollte uns manchmal scheinen, als ob die nicht selten zweisilbigen Ausführungskommandos die Exaktheit des Uebungsbeginnes erschwerten, wohl dünkten uns manchmal die Ansagekommandos bedenklich lang — im ganzen ist die Lebensfähigkeit der hebräischen Kommandosprache unzweifelhaft bewiesen. Sie mit Musterriegen einzuüben und unseren Turnern zu zeigen, wird eine Ehrenpflicht für strebsame Turnw arte sein. Die Uebungen selbst waren einfache Ordnungs- und Freiübungen ohne Handgerät, nach modernsten Prinzipien von Zwy Orloff eingeübt und geleitet. Eine respektable Leistung in Anbetracht der großen Turnerzahl und der Schwierigkeit, mit völlig ungeübten Turnern zu arbeiten. Was energischer Tätigkeit gelingt, zeigte eine kleine Turnstunde mit Schülern des Gymnasiums. Es war ein unvergeßlicher Anblick, die strammen Burschen am Kasteni und am schwedischen Querbaum sich tummeln zu sehen. Erfreulich war der bei unseren Jungen nicht immer so hervorstechende Mut, den sie beim Freisprung über den Kasten und beim Schweben auf reichhoch gestelltem Querbaum zeigten. Vor allem aber erfreulich die Frische und die kraftvolle Erscheinung, die fast ausnahmslos uns aus ledern dieser Kerle entgegensah. Zwy Orloff kann stolz sein auf das, was er zu Wege gebracht. Gerne hätten wir mehr gesehen, aber die Menge der uns zugedachten Empfänge, die Kürze der für unseren Aufenthalt in Jaffa bemessenen Frist brachten uns darum. Eine kleine Besprechung mit unseren wackeren Turngenossen Orloff und Hermann ließ uns wenigstens Einblick nehmen in ■die Schwierigkeiten und die Erfolge der Arbeit in Erez Israel. An einer anderen Stelle wollen wir darauf zurückkommen. Unsere Fußtour begann. Ueber die schöne Alliance-Schule Mikweh Israel nach Rischon le Zion. Und gleich bekommen wir Respekt vor palästinensischer Hitze, Staub und — den Wegen. Von selbst ergibt sich eine weitläufige Marschordnung, an deren Stelle Jedoch Jedesmal vor dem Einmarsch in eine jüdische Kolonie die geschlossene Maschkolonne tritt. Mag der Weg noch so beschwerlich! gewesen sein, ein strammer Einmarsch mit dem Gesänge der Hatikwah ist Ehrenpflicht. Und wenn uns die etwas buntscheckige Art unserer Zusammensetzung auch verhinderte, vollendet eingeübte Freiübungen oder gutes Riegenturnen zu zeigen, so suchten wir doch wenigstens durch Haltung und Korrektheit im Marsch und beim Turnen unser Bestes zu tun. Denn geturnt wurde überall. Und so wurde die Tour im wahrsten Sinne das, was sie sein sollte: eine Turnfahrt durch Palästina. (Fortsetzung folgt.) Berichte. Berlin. Jüdischer Frauenbund für Turnen und Sport. Am 26. April tand unsere ordentliche Hauptversammlung statt. Aus den Berichten des verflossenen Semesters sei Folgendes hervorgehoben. Das Wintersemesterl912/13 ist als die bisher erfolgreichste Arbeits- Periode anzusehen. Die Mitgliederzahl ist von 136 auf 177 gewachsen. Der urnbesuch der Hauptabteilung erreichte die Zahl 2531. Der stärkste Be-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.