Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 3 (April 1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- Seite 95 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 3 95 Anregungen und Aufklärungen zu geben. Nach Schluß der Generalversammlung sprach Herr Rosenblüth über „Die Aufgaben der Jüdischen Turnerschaft“ Prag. Der Jüdische Turnverein veranstaltete am Sonntag, «en 2. März, seine zweite Winterwanderfahrt. Es beteiligten sich 3 Gäste, 9 Turnerinnen und 21 Turner. Die Abfahrt erfolgte vom Franz-Josefsbahnhof nach Branik. Von da ging es zu Fuß nach Zavist, von da nach kurzer •vast nach dem Krcer Wald. Es dämmerte schon, als der Rückweg über Unter-Krc, die Schanzen und VySehrad angetreten wurde. Die Wanderfahrten versprechen eine wertvolle Ergänzung des Turnbetriebes zu werden. Der Ausschuß des Jüdischen Turnvereins veranstaltete am Montag, den 24. d. M„ einen Vortragsabend im Hotel Bristol. Herr Dr. Zemanek, Sekretär der Prager Kultusgemeinde, sprach über die Geschichte und die Bedeutung des modernen Turnwesens. Er charakterisierte in scharfer und gründlicher Weise alle Arten der Leibesübungen und ihre Wirkungen auf hen Körper und seine einzelnen Organe, sowohl Kraftübungen als auch Dauerubungen. Er stellte die Grundsätze fest, nach denen die Leibesübungen ihre dunstigen Wirkungen zeitigen können. Der sehr instruktive Vortrag fand den Dank und Beifall der zahlreich erschienenen Zuhörer. Hierauf fand eine Mitgliederversammlung des Jüdischen Turnvereins statt, der Beichte über die erfreuliche Entwicklung des Prager Turnvereins Vorlagen. Der Verein plant, an dem Schauturnen der Jüdischen Turnerschaft anläßlich des Wiener Zionistenkongresses teilzunehmen. Stettin. J. T. V. Am 27. Februar wurde uns unser Mitglied Herr Wilhelm Bötzel durch den Tod entrissen. Der Verstorbene gehörte zu den Wenigen Gemeindemitgliedern in Stettin, die für unsere Turnsache Verständnis haben. Lange Zeit hat er selbst, obwohl durch seinen Beruf und inniges Familienleben in Anspruch genommen, an unseren Turnabenden feilgenommen und wenn er die Versammlungen anderer Vereine aus Mangel Zeit nicht besuchte — zum Turnverein kam er stets. Unser Stiftungssollte das einzige große Fest sein, das er mitmachen wollte. Am "forgen desselben Tages wurde er zur ewigen Ruhe bestattet. Sein Andenken wird uns stets lebendig bleiben. üh Am 8‘ Februar sprach Herr Referendar Blankenfeld-Dramburg d®r „Kunst und Sport". Am 2. März fand unser diesjähriges jjd'fddssfest statt. Wir hatten uns in der Hauptsache auf turnerische Vordhrungen beschränkt, zu denen wochenlang vorher eifrig geübt wurde, ach einem Prologe und einem wohlgelungenen, von Damen gestellten "wigen, führten wir eine Reihe Stabübungen aus, die sehr exakt vorgeführt arden. Hierauf turnte unsere 1. Riege am Barren. Es folgte nun eine ai'kige Ansprache unseres Vorsitzenden, Herrn Dr. Baer, der Nutzen und 'eie der Turnvereine und des Turnens darlegte. Den Schluß bildeten Pyra- 'den am Barren und Vorführungen einiger besonders gelenkiger Turn- . der, die in Kopf-, Handstehen etc. ihre Gewandtheit zeigten. — Es schloß lch hieran der übliche Tanz, der die Turnbrüder und Gäste lange zusammenhielt. T.