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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-04-01 · 3 (April 1913) · p. Seite 92

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
3 (April 1913)
Date
1913-04-01
Page
Seite 92 (sequence 18)
Language
German
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92 No. 3 worden, die für die künftige Entwickelung der jüdischen Turnsache in Deutschland von größter Bedeutung werden wird. Mit lebhafter Befriedigung gedenken wir bei dieser Gelegenheit auch der Sympathiekundgebung, die der Delegiertentag der Deutschen Zionisten in Posen unseren Bestrebungen gegenüber geäußert hat. Die Zionistische Vereinigung für Deutschland hat es nicht bei dieser Kundgebung bewenden lassen. Sie hat sich insbesondere der Propaganda für die Erlangung von Fördererbeiträgen gewidmet und wiederholt ihre Organisation unserer Sache dienstbar gemacht. Auch außerhalb unserer Reihen ist ein Fortschreiten der jüdischen Turnidee in Deutschland zu bemerken. Bei zahlreichen Neugründungen, die in der letzten Zeit vorgenommen wurden, wurde unser Rat in Anspruch genommen. Und ein weiterer Zuwachs unseres Verbandes ist von dieser Seite wohl in kurzer Zeit zu erwarten. Unsere Arbeit beschränkte sich im wesentlichen auf die Einrichtung und Durchführung der Neuorganisation. Leider haben die Vereine unser Bestreben, mit ihnen in engsten Konnex zu kommen, nicht genügend unterstützt, Wir haben uns wiederholt bereit erklärt, die Vereine in allen turnerischen und sportlichen Dingen zu beraten, es waren aber nur verschwindend wenig Fälle, in denen man an uns herantrat. Dadurch konnten wir den Vereinen weniger dienen als wir gewünscht hätten. Immerhin war es uns möglich, den Vereinen in Halberstadt, Hamburg, Stettin und Breslau je einen Vortragsabend zu veranstalten, bei denen die Herren Rosenblüth, Greifenhagen, Abraham und Unna referierten. Mit dem Verein in Köln hatte Herr Berger eine Besprechung organisatorischer Natur. Um die Einführung des Sportbetriebes in unsere Vereine zu fördern, gaben wir eine eingehende Anleitung mit Literaturnachweis heraus, die, wie wir beobachten konnten, von den Vereinen recht intensiv benutzt wurden. Wir waren bestrebt, dem lange gehegten Wunsche der kleineren Vereine nach Anstellung eines Wanderturnlehrers gerecht zu werden. Unsere Bemühungen haben den Erfolg gehabt, daß wir jüngst mit konkreten Vorschlägen für die Veranstaltung einiger Vorturnerstunden an die Vereine herantreten konnten. Seit November haben wir unser Bureau gemeinsam mit der Jüdischen Turnerschaft in der Bleibtreustr. 25, für das wir Fräulein Anni Zucker als Sekretärin gewonnen haben. Aus ideellen und materiellen Gründen haben wir dieses Bureau auch mit dem des Jüdischen Turnvereins Bar Kochba vereinigt, als ein Anfang zu der von uns erstrebten Gesamt-Organisation der Berliner Jüdischen Turnvereine. Trotz der Schwierigkeiten, die sich diesem Plane zunächst noch entgegenstellten, erachten wir seine Ausführung für dringend erforderlich. Der Finanzbericht ist nicht sehr erfreulich. Zwar sind die großen Vereine im allgemeinen ihren Verpflichtungen recht pünktlich nachgekommen. Den kleinen Vereinen aber fällt es offenbar schwer, den Beitrag in vollem Umfang zu entrichten. Wir haben uns mit der Jüdischen Turnerschaft zunächst dahin geeinigt, daß uns ein Drittel aller aus Deutschland einkommenden Eingänge überwiesen wird. Wenn die Vereine ihren Verpflichtungen nachkommen, können wir mit der daraus resultierenden Summe sehr gut auskommen, und können sogar auf dem Gebiete der Propaganda und der Förderung der Vereine Beträchtliches leisten, allerdings aber auch nur in diesem Falle. Jedenfalls ist die absolute Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Kreisvereine im Punkte der Beitragszahlung die erste Voraussetzung für irgendwelche Tätig-

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