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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-04-01 · 3 (April 1913) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
3 (April 1913)
Date
1913-04-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Südliche ülonafshehe für Curnen und Sport Organ der jüdirdumfionalen Jugendbewegung ßerausgegeben pon der „3fldirdien Cumerrdiaff" 5IV> ^atirfl« BeK 3 Berlin W. 15,'nBleli)treustr. 25 flPrjl 1913 Nachdruck der nachfolgenden Originalaufsfttze Alls Sendungen M dli Zcatrtli ist nur mit gtniüir Quellenangabe gestattet. Fernspr.: Steinplatz 8381. Nationales Judentum. Von Dr. L. Weinberg, Dortmund. Der jüdische Nationalitätsgedanke ist mit dem jüdischen Volke geboren. Die Geschichte unseres Volkes in ihrem ganzen Verlaufe bis zur Gegenwart erhält durch diesen Gedanken ihr einheitliches Gepräge. Man kann diese Idee aus keiner Periode unserer Volksgeschichte eliminieren, wenn man nicht eine Geschichtsfarce geben will. Und wir können über y ersuche, aus der modernen Geschichte unseres Volkes die Nationalitätsidee auszuschalten, mit Gleichmut zur Tagesordnung übergehen. Der nationale Gedanke hat überall die gleiche Grundlage. Er geht aus von der Vorstellung einer nationalen Individualität, einer nationalen Qesamtpersönlichkeit mit eigengearteten Kräften und Anlagen. Ohne die Abhängigkeit des Individuums von der Nation, die Gebundenheit der individuellen Energien durch die natürlichen Schranken des Volkstums zu verkennen, kann man das seinen Persönlichkeitswert offenbarende Streben des Einzelindividuums mit den Auswirkungen des nationalen Körpers in Parallele stellen. Nationalismus ist der Individualismus der Volkspersönlichkeit. Und wie Individualismus nicht der bloße Wille zum Leben ist, sondern das Bedürfnis des Individuums widerspiegelt, das Eigenwesen auszubilden, ebensowenig wird der Nationalismus durch den animalischen Lebenswillen der Nation gekennzeichnet; er ist das Volksstreben, den Reichtum an Fähigkeiten und Energien zur Entfaltung zu bringen mit dem Ziele, den Volkskörper in seiner Art vollkommen zu gestalten und den Volksgeist zu reinen Formen zu läutern. Nationalismus ist der Zukunftsglaube und der Zukunftswille der Nation, ist der Bejaher der Volksgegenwart um der Zukunft willen. Daß die Moleküle des nationalen Körpers sich in der Richtung der bezeichneten Gesamttendenz stellen, ist ein Beweis für die Existenz der nationalen Individualität. Und es ist der sicherste Gradmesser für die Gesundheit und Lebenskraft der Nation, in welchem Umfange und mit Welcher Intensität die Einzelglieder dem nationalen Willen sich ein- und unterordnen. In jeder Zeitperiode hat der Nationalismus eines Volkes ein konkretes Ziel. Diesen durch die Zeitlage bedingten konkreten Nationalismus mag man den Zeitinhalt des Nationalismus nennen. Aus diesem Zeitinhalt erwachsen die nationalen Gegenwartsaufgaben, deren Fülle unendlich ist. Und in Zeiten

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