Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 2 (März 1913)
- Date
- 1913-03-01
- Page
- Seite 40 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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40 No. 2 an ihre Stelle eine neue, hoffentlich lebensfähigere Institution gesetzt — die der Turnkreise. Die größere Anzahl der Verbandsvereine und ihre vorgeschrittene Konsolidierung gibt nunmehr die Möglichkeit, daß sich die Vereine eines Landes oder Landesteiles zu einer Gemeinschaft, dem Kreise, zusammenschließen. Selbstverständlich muß sich dieser Zusammenschluß, soll er gedeihliche Wirkung haben, in geregelter Weise vollziehen, es müssen Normen geschaffen werden, die den Wirkungskreis dieser Vereinigung umschreiben, und es müssen Organe geschaffen werden, welche diese Vereinigung repräsentieren und sie derart leiten können, daß sie ihre Aufgabe auch tatsächlich erfüllt. Diese Organe sollen sein: Der Kreisturntag und der Kreisausschuß. Der Kreis soll vor allem die Verbindung zwischen den einzelnen Vereinen eines Landes oder Landesteiles hersteilen. Die Administration und Organisation der einzelnen Vereine soll durch gegenseitigen Austausch der gemachten Erfahrungen und durch Kennenlernen der Einrichtungen anderer Vereine verbessert und erleichtert werden. Es sollen persönliche Beziehungen zwischen den Vereinen geschaffen werden, die zu gegenseitigen Turnbesuchen, und damit zu regem Wetteifer in der turnerischen Arbeit selbst führen werden. Damit würde die Tätigkeit der einzelnen Vereine belebt und vermehrt, was wieder eine Hebung der Leistung der Gesamtheit d. i. der „Jüdischen Turnerschaft“ zur notwendigen Folge haben muß. Der Kreisausschuß soll die Sammelstelle der Erfahrungen der einzelnen Vereine in ihrer Arbeit für die jüdische Turnsache sein, der Ratgeber der Kreisvereine in allen Nöten, der Anreger neuer Tätigkeit und endlich der Friedensrichter und Vermittler bei allen Differenzen 'der Vereine untereinander. Andrerseits sollen die Vereine, welche durch die Oleichartigkeit ihrer äußeren Verhältnisse und durch die Zugehörigkeit zu einem und demselben Lande gleichartige und gemeinsame Interessen haben, im Kreise ein Organ besitzen, welches geeignet ist, die besonderen Interessen seiner Vereine im Rahmen der „Jüdischen Turnerschaft“ entsprechend zur Geltung zu bringen. Und so kommen wir von dem Zwecke der Kreisvereinigung für die zugehörigen Vereine auf den Zweck dieses neuen Organes im Hinblick auf das Oesamt-Interesse der „Jüdischen Turnerschaft“. War schon früher der Verkehr zwischen dem Ausschüsse der „Jüdischen Turnerschaft" und den einzelnen Verbandsvereinen ein schwieriger und unregelmäßiger, so mußten diese Schwierigkeiten und Unregelmäßigkeiten zunehmen mit der wachsenden Anzahl der dem Verbände angehörenden Vereine. Denn wenn auch die „Jüdische Turnzeitung“ in diesem Belange eine große Rolle spielt, so bietet 'sie doch nur eine regelmäßige Mitteilung über Beschlüsse und Aktionen allgemeiner Natur und kann den direkten Verkehr zwischen den Vereinen und dem Verbandsausschusse nicht entbehrlich machen. Diesen Verkehr soll nun der Kreis vermitteln. Der Ausschuß wendet sich an den Kreis statt wie bisher an die einzelnen Vereine. Der Vorteil ist einleuchtend. Der Kreis hat die Gelegenheit und wohl auch den Einfluß, nötigenfalls aber auch die Macht, um die Interessen des Verbandes der „Jüdischen Turnerschaft“ bei den einzelnen Vereinen wahrzunchmen. Er wird die Intentionen des Verbandes den einzelnen Vereinen vermitteln und er wird darauf achten, daß Rechte und Pflichten der einzelnen Vereine gegenüber