Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 24 (sequence 28)
- Language
- German
- Belongs to
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24 No. 1 können. — Im Turnvereine sind jiid. Beamte, jiid. Studenten, eine poale zionistische Gruppe und eine Gruppe von 25 studierenden Ortsjuden vereinigt, welche alle von der Notwendigkeit des jüdischen Turnens überzeugt, sich einer gemeinsamen Führung anvertraut haben. — Alle wichtigen Turngeräte sind in gutem Zustande vorhanden. Die Männer-Abteilung turnt Dienstag und Donnerstag, abends, in je zwei Abteilungen von 7—8 und 8—9 Uhr. Die Marsch-Freiübungen klappen ganz leidlich, bei den Gerätübungen stehen wir noch auf primitiver Stufe, da die meisten Turner Anfänger sind. Der Besuch der Turnstunden beträgt ca. 70 pCt. — Nunmehr werden die Uebungen für die im März stattfindende Palästinafeier, bei welcher eine Musterrieg» mitwirken soll, aufgenommen. Die Vorarbeiten zur Gründung einer Damenriege sind beendet. Da in den letzten Jahren die Idee von der Erneuerung des Judentums speziell in der Jugend sicheren Eingang gefunden hat, hoffen wir, daß auch die natürliche Konsequenz — ein körperliches Erstarken — einen verläßlichen Anhang finden wird. H. E. Stettin. J. T. V. Am 16. November hielt, unserer Einladung freundlichst Folge leistend, Herr Henry Unna-Berlin einen Vortrag über „Probleme der jüdischen Jugend“. Der Vortragende betonte die Wichtigkeit der körperlichen Uebungen, da wir nur dadurch das uns noch immer anhaftende Ghettojudentum abstreifen und den Vorwurf der Schwäche, den uns unsere Umgebung so gern macht, entkräften könnten. Am 13. Dezember fand unsere Chanukahfeier statt, die einen einfachen und würdigen Verlauf nahm. Am 15 Januar sprach Herr Julius Caspari über „Antisemitismus“. Jedem unserer Vorträge folgte ein Beisammensein, das immer sehr anregend verlief. Während der Turnbesuch im Dezember naturgemäß sehr schwach war, hat er sich jetzt wieder bedeutend gehoben. Wir sind eifrig mit Vorarbeiten für unser Wintervergnügen beschäftigt, das am 2. März stattfindet und zu dem wir hierdurch alle Brudervereine herzlichst einladen. T. Wien. 1. Jüdischer Turnverein. Das neue Vereinsjahr setzte bei uns mit einem großen numerischen Aufschwung in allen Abteilungen ein. Wenn es uns auch mangels geeigneter Vorturner nicht gelungen ist, den ganzen Mitgliederzuwachs unserem Vereine zu erhalten, so blieb uns doch eine stattliche Anzahl neuer Turner, welche mit Lust und Liebe bei der Sache sind. Eine besonders große Steigerung der Mitgliederzahl erfuhr unsere Damen-Abteilung, für welche wir mit Anfang Januar eine zweite Turnzeit einführten. Als Turnstunden für diese neue Abteilung, welche unter der Leitung unseres Herrn Popper sich zusehends entwickelt, wurden Mittwoch und Sonnabend abend von 614—7% Uhr festgesetzt. ln turnerischer Hinsicht standen wir ganz im Zeichen des Kreisturntages, dessen Vorarbeiten sich in unserem Vereine zentralisierten. Der Kreistuvntag selbst brachte uns einen großen turnerischen Erfolg, indem es Mitgliedern unseres Vereins gelang, bei dem volkstümlichen Wetturnen den 1., 3.. 4. und 6. Preis zu erringen. Vom Kreisturntage abgesehen sind wir in diesem Vereinsjahre bisher blos mit einer Zöglingsriege, welche bei der Makkabäerfeier der Wiener Zionistischen Vereinigung sehr schöne Sprungiibungen am hochgestellten Pferd vorführte, vor die Oeffentlichkeit getreten. An der Gründung des Jüdischen Turnvereins Leopoldstadt, dessen Leitung unser Vereinsmitglied, Herr Ing. Philipp Pollak, übernommen hat, nahmen wir lebhaften Anteil. In der nächsten Zeit beginnen wir mit den Uebungen iiir unser diesjähriges Schauturnen, welches am 9. März 1913 in den Sofien- .diien .stattfindet. Ueber Einladung der Vorturnerschaft hielt Herr Professor Max Outtmann am 15. November d. J. einen sehr anregenden Vortrag über „Das Wesen einer turnerischen Uebung". Ferner hielt am 26. November Herr