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Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport · 1913-01-01 · 1 (Januar/Februar 1913) · p. Seite 15

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Journal
Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
Volume
14 (1913)
Issue
1 (Januar/Februar 1913)
Date
1913-01-01
Page
Seite 15 (sequence 19)
Language
German
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No. 1 15 Armee, unter ihnen die berittenen Truppen, baumlange Kerle in seltsamer Uniform, die Londoner Territorials und viele ehemalige Soldaten und Veteranen würden in großen Kolonnen zur Synagoge geführt, unter jüdischen Offizieren und Korporälen. Einige Oraubärtige trugen nur noch Soldatenrock oder Hose, alle aber marschierten strammen Schrittes herein. Dann kamen die Schwestern und Samariter des Roten Kreuzes in ihrer Tracht und nahmen eine Seite des Tempels ein. Die große Anzahl der jüdischen Frauen, die sich diesem Berufe gewidmet haben, überraschte mich; sie •egt jedenfalls Zeugnis davon ab, daß sie auch hier nicht zurückstehen. Den Schluß bildeten unsere Scoutboys, diese frischen gesunden Burschen, in ihrer schmucken Uniform, stolz ob der Beachtung, die ihnen heute wieder einmal geschenkt wurde, voran ihre Fahnen, eine englische Nationalflagge und ein Banner mit dem Mögen David. Die Musikkapelle eines Londoner Regiments nahm auf den hinteren Bänken Platz. Dann kam der Hauptmoment: der Einzug der höheren Offiziere (es gibt hier manchen jüdischen Oberst), und — mit seiner ganzen altenglischen Pracht — des Lordmayors (Oberbürgermeisters) und des Sheriffs (obersten Richters). Der Gottesdienst wurde geleitet von Rev. Michael Adler, dem jüdischen Feldkaplan der englischen Armee und dem Chason A. E. G o r d o n. Nach dem Maarivgebet wurden die Lichter angezündet. Der Kaplan hielt eine Predigt von der mit einem Union Jack geschmückten Kanzel herab. Er sprach von den Makkabäern, von dem jetzt wütenden Krieg, in dem Jüdische Soldaten sich überall hervorgetan hätten, und ermahnte zur Tapferkeit und Vaterlandsliebe. Darauf wurde die Chanukahhymne gesungen, für die Rabbi F. L. C o h e n eine meisterhafte englische Uebersetzung geschaffen hat, die in ihrer Art viel schöner ist als die bekannten Verdeutschungen. Die englische Nationalhymne beschloß die Feier. Draußen ordneten sich die Truppen zum Abmarsch und kehrten unter Musik in ihre Kasernen zurück. Ich mußte an andere Länder denken, in denen die Juden weit mehr, als es hier in England geschieht, Kraft und Leben zur Verteidigung des Landes darbringen. Ist auch dort eine solche, von der Obrigkeit patronisierte Feier möglich? England versteht es, alle seine Bürger patriotisch zu machen, und Heer und Marine sind hier nicht schlechter deshalb, weil sie Jüdische Offiziere besitzen. Diese militärische Chanukahfeier ist eine hohe Schätzung des „Fremdlings im eigenen Lande", ein schönes Beispiel für alle Nationen. Bücherschau. Caivary: Die Aufgabe des deutschen Zionismus. Sonder-Abdruck aus dem „Jüdischen Studenten“, der Monatsschrift des Bundes Jüdischer Korporationen. Jehoschuah Feldmann: Die Jemenitischen Juden. Verlag des Hauptbureaus des jüdischen Nationalfonds, Köln. Die Kolonisation in Palästina hat in der letzten Zeit Aufgaben von neuer Art und großer Bedeutung zu bewältigen. Scharen von Juden strömen jetzt nach Palästina, um dort die Freiheit zu finden, die Ihnen bisher versagt war. Die jemenitischen Juden haben sich aus dem südlichen Teil

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