Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Journal
- Jüdische Monatshefte für Turnen und Sport
- Volume
- 14 (1913)
- Issue
- 1 (Januar/Februar 1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- Seite 9 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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No. 1 9 Man muß es gesehen haben, wie selbst die Sterbekandidaten, die Alten, die Siechen und die Schwachen, oft wie verjüngt dreinschauen und förmlich einen neuen Kontrakt mit dem Leben schließen, der meist von beiden Seiten lange getreulich gehalten wird. Ich erinnere mich, einmal in dem Straßengewirre der Jerusalemer Altstadt einen alten Juden nach dem Wege gefragt zu haben. „Ich bin ein neuer Mensch“, antwortete er — und meinte dabei, er sei noch fremd und fände sich selbst noch nicht zurecht. Aber sein Gesicht leuchtete förmlich im Gehen und gab seinen Worten eine wundervolle Bedeutung. Viel hoffnungsfreudiger noch ist der Anblick der Jugend. Die hebräisch plappernden Purzelhänse sehen hier meist sehr viel anders aus als >n den Judengassen Osteuropas. Die Schuljugend fühlt sich als Herr der Situation( oft sogar zu sehr), und der junge Arbeiter in der Kolonie und der Werkstatt arbeitet oft sichtlich nicht so sehr „um des Lohnes willen“, sondern mit der jüdischen Zukunft vor Augen und mit Freude, an ihr mitarbeiten zu können. Das sind freilich die lichten Stellen im Bilde und auch an Schatten fehlt es nicht. Aber die Kontraste sind hier nicht größer als anderwärts und die hellen Stellen sind in den Ländern der Knechtschaft überhaupt nicht vorhanden. Da heißt es denn, systematisch das Licht besser herauszuarbeiten und die Freude an der Arbeit zu heben. Daß man das machen kann, wird niemand bezweifeln und wer sich darüber noch nicht klar sein sollte, der braucht sich nur umzusehen, wie unter glücklicheren Nationen in diesem Sinne gewirkt wird. Im großen und ganzen kommen diese Wege auf eine systematischere Arbeit im allgemeinen Komplex unserer Kolonisation hinaus, wo es bis jetzt an System und Tempo noch durchwegs mangelt. Wir brauchen nahe Ziele wirtschaftlicher und nationaler Art. Zu solchen aber das jüdische Element in Palästina und auch die ganze Judenheit draußen in der Welt zusammenzuschweißen ist leichter, als man meint. Von Jaffa nach Jerusalem.” Von Schalom Asch. Ein Araber packte mich beim Kragen und warf mich vom Schiffe hmab. Ich fiel in ein kleines Boot, das auf den nebligen, rauschenden Wogen . . ) Diese Skizze ist dem Buch von Schalom Asch „Im Lande der Väter" Rrtii?mmen’ mit dem der Jüdische Verlag eine Serie von belletristischen ucbern unter dem Titel „Vom alten Stamm“, eröffnet. Gleichzeitig mit Asch un«»ersc te.nen G°relik »Die liebe Provinz“. Beide Bücher werden auf in* LeI? Eifefaturmarkt, der an bedeutenden Erscheinungen nicht allzu reich ,i,’ sicherlich Aufsehen erregen. Bei aller Verschiedenheit des Inhalts ist sam eLn Natürlichkeit und Wahrhaftigkeit der Stoffbehandlung gemeinhrnM.* “s beiden Büchern haben die großen Tageszeitungen Vorabdrucke ge- 1015k . Die hier abgedruckte Skizze hat Ludwig Hartau am 16. Dezember Kmi.iL?em von de Berliner Zionistischen Vereinigung veranstalteten Aunstabend mit großem Erfolge rezitiert.