Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1912-11-01 · 11/12 (11.1912) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
11/12 (11.1912)
Date
1912-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/4921092-5965022-5965348--3422-4922177
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

204 No. 11-12 Unser Organisationsfonds. Die ständige Ausdehnung unserer Organisation und ihre erhöhten Anforderungen bedingen naturgemäß ein stetes Wachsen unseres Budgets. Wir halten deshalb den Augenblick für gekommen, einem Beschlüsse des V. Jüdischen Turntages folgend den Organisationsfonds der Jüdischen Turnerschalt ins Leben zu rufen. Der Beitrag, den jedes Mitglied unseres Verbandes leistet, ist gering. Er muß gering sein, da die jüdische Turnbewegung eine Volksbewegung ist. Daher können uns die regelmäßigen Einkünfte zur Balancierung unserer Finanzen nicht genügen. Die straffe Organisation unseres Verbandes, Qründung neuer Vereine, zielbewußte Agitation, Propagandaschriften, Propagandareisen, die Herausgabe unseres Verbandsorganes, die Unterhaltung unseres Bureaus, dieses alles erfordert Oeld und wieder Oeld. Halbe Arbeit ist so gut wie nichts. Und darum wenden wir uns, Turnbrüder und Turnschwestern, heute an Euren Opfermut. Die Reichen und Satten, die Kommerzienräte und Qeldaristokraten stehen unseren Bestrebungen fern. Wir repräsentieren die Bewegung der jüdischen Jugend, entstanden im Schöße der Jugend, von ihrem Qeiste getragen. In jugendlicher Aufrichtigkeit verschmähen wir es, unter Verdeckung unserer jüdischnationalen Tendenz an den Pforten der Reichen zu betteln. Wer uns nicht unterstützt in der vollsten Erkenntnis unserer Orundlagen, unserer Ziele, unseres geschichtlichen Wertes, auf dessen Almosen wollen wir dankend verzichten. Da der Kreis unserer Freunde sich nicht auf die Mendelssohn, Bleichröder und ihre Schicksalsgenossen erstreckt, da wir nicht an wohlwollendes Qönnertum, sondern an historisches Verständnis appellieren, weil wir nicht bei Großmütigen schnorren sondern von Einsichtigen fordern, — haben wir außerhalb der jüdischnationalen und zionistischen Kreise nichts zu erwarten. Und da der Idealismus meist im umgekehrten Verhältnis zum Portemonnaie steht, sind diese durchweg nicht die reichsten. Aber es sind die Ueberzeugten und Gebenden. Liefern wir zunächst das Beispiel. Wir haben aus eigenen Kräften unseren Georg Arndt-Fonds zu einer leidlichen Höhe gebracht. Diese Stiftung, dem Gedenken unseres Arndt geweiht, soll satzungsgemäß nicht für die täglichen Ausgaben unserer Organisation verwendet werden. Wir respektieren selbstverständlich diese sinnige Bestimmung. Aber eben deswegen müssen wir, den momentanen Bedürfnissen entsprechend, die Aufspeicherung eines großen Zukunftsfonds im Augenblick unterbrechen und den mobilen Organisationsfonds errichten. Turnbrüder und Turnschwestern! Stellt Euren Opfermut und Eure Sammelkunst ganz in den Dienst unseres Organisationfonds! Zeigen wir, daß wir imstande sind, unsere Mittel selbst zu schaffen. Werbet durch die Uberzeugende Kraft unserer Ideale Förderer der Jüdischen Turnerschaft! Zwingt die Kreise, die mit uns „sympathisieren", ihre Sympathie in bare Münze umzusetzen. Die Erkenntnis unserer wertvollen Erziehungsarbeit für die Zukunft des jüdischen Volkes dringt gerade jetzt in immer weitere Kreise. Die Jüdische Turnerschaft hat im Augenblick die günstigsten Ent-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.