Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 9/10 (9.1912)
- Date
- 1912-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3üdifche Cumzettung. monatsUirlH für die körperliche ßebung der Süden _Herausgegeben pon der WdlMten Curnerfdiaft. XI«.3ahrg. Na.y-io Berlin ß.,Zfli«ariderstr. 39 Sept.-Vkt. 1912 Nachdruck der nachfolgenden Orieinalaufaätze nur mit fiMMr Quellenangane gestattet. Alto SmAmmm Kernspr*** ^ftnigstadt 10 260. Nach Palästina! Heute, nn dem Tage, an dem ich durch die Turnzeitung die Nachricht erhalte, daß die Jüdische Turnerschaft den Plan ausführen wird, den sie als ein Vermächtnis aus den Zeiten unseres unvergeßlichen Führers Arndt bewahrt hat, an diesem Tage drängt es mich, der Jüdischen Turnerschaft zu ihrem Beschlüsse aus vollem Herzen Qlück zu wünschen. Ich hin überzeugt davon, dal! trotz alter Schwierigkeiten der alte Turnergeist, der unsere Turngenossen nach Basel und Wien, nach Hamburg und Berlin geführt hat. sic auch das größere Werk wird vollenden lassen — daß sie den Weg finden werden ins alte Heimatland des jüdischen Volkes. Und wenn sie Ihren Brüdern, den Turnern von Pallistina, die Hand reichen, so wird vielleicht ln ihnen die Sehnsucht wach werden, einzutreten in unsere Reihen, mit uns zu erleben das Wiedererwachen des jüdischen Landes, der jüdischen Schönheit, des jüdischen Mutes, der jüdischen Kraft! Sie werden mit uns hinausziehen ins Land und eine neue Art der "körperlichen Hebung unseres Volkes sehen: die schwere körperliche Arbeit auf dem Boden der Väter. Und sie werden sehen, wie die Begeisterung für die heilige Sache auch den Geist erneuert, wie ein neuer Sinn, ein neuer Stolz die Männer belebt, die auf der Wacht stehen an den Grenzen Jer neuen Kolonisation. Sie werden sehen, wie an vielen Orten, deren ruhmreiche Oeschichte ihnen aus der Bibel bekannt ist, ein neues Leben erblüht, ein Lehen voll Kraft und frischen Wagemuts, aber auch nicht frei von Entbehrung und Mühsal. Und die Schönheit und Fruchtbarkeit unseres Landes wird ihnen nicht länger ein Märchen sein aus alter Zeit, eine verschollene Sage aus den Tagen der Urväter, — mit eigenen Augen werden sie sie sehen, mit eigenen Ohren werden sie hören die Geschichte unserer Volkserneuerung. Sie werden Zeugen sein des Wunders, das einzig dasteht in der Geschichte aller Völker, daß die alte Sprache unserer Väter wieder auferstanden ist und lebt im Munde des Volkes und neue Blüten treibt wie in den Tagen der Vorzeit. Als unsere Turnbrüder in Europa am vergangenen Peßachfeste die Worte aussprachen, die die große Sehnsucht unseres zerstreuten Volkes enthalten: leschanah habaah beruschaiajim —. da dachten sie wohl nicht. dalT die Erfüllung so nahe sein würde! Möge der Tag, an dem es uns vergönnt sein wird, unsere alten Turusenossen aus Europa wiederzuseheu, an dem zum ersten Male sich die