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Jüdische Turnzeitung · 1912-07-01 · 7/8 (7.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
7/8 (7.1912)
Date
1912-07-01
Page
[Seite] (sequence 28)
Language
German
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164 No. 7-8 Alle anderen Länder und Nationen, die sich beteiligt hatten, gingen leer aus. Die Stockholmer Tage werden befruchtend auf das Werk der Körpererziehung in allen Lagern wirken. Diese Tage brachten Amerika, Schweden und Finnland Ruhm und Ehre. Vor allem diesen beiden kleinen Völkern. Kaum mehr als 5 Millionen Schweden, nur 4 Millionen Finnen gibt es, und beide Völker stehen vor dem 65-Millionen-Volk der Deutschen. Wir Juden sind 13 Millionen, und selbst, wenn nur ein Bruchteil zu uns hält, wir können unser Ziel erreichen: gesunde und kräftige Juden, ein gesundes jüdisches Volkstum. Das Beispiel der Schweden und Finnen lehrt es uns. Stefan Doernberg. Von der Sportabteilung des „Bar Kochba'-Berlin. Halbjahresbericht — Stafettenlauf Potsdam—Berlin — Beteiligung an öffentlichem Meeting. Wir befinden uns diesmal in der angenehmen Lage, von einem ziemlich erfolgreichen Halbjahre berichten zu können. Während im ersten Jahre unseres Bestehens der Betrieb auf dem Sportplatze sich hauptsächlich aus Turnspielen zusammensetzte, pflegten wir in diesem Jahre besonders die Leichtathletik und haben hierin schon bedeutende Fortschritte gemacht. Von großem Nutzen war uns dabei der uns dankenswerterweise vom Magistrat der Stadt Charlottenburg überlassene Trainingplatz in Westend. Auf diesem mustergültigen Sportplatz (Laufbahn mit Uberhöhten Kurven, luftige Umkleideräume, Brausegelegenheit etc.) trainieren wir regelmäßig Dienstags und Donnerstags abends. Im Frühjahre spielten wir hauptsächlich mit dem Fußball — man kann diese ersten Anfänge des Fußballspieles wohl kaum anders bezeichnen —. während unsere Naturfreunde und „echten" Sportsleute eifrig Waldläufe propagierten. Nachdem wir einige Wochen gespielt hatten, setzten wir eine Mannschaft zusammen, die von nun ab Wettspiele gegen gleichwertige und auch bessere Mannschaften hatte. Das Heranrücken des Turntages erforderte — zum Unwillen einiger Fußbaflfanatiker — ein intensives leichtathletisches Training. Ein Teil unserer Mitglieder bewies denn auch beim Ueben einen erfreulichen Eifer. Die Ergebnisse der sportlichen Konkurrenzen sind ja hinlänglich bekannt. Wir bedauern nur, daß eine der Hauptkonkurrenzen, die olympische Vereinsstafette, die sicherlich einen spannenden Kampf geliefert hätte, von der Leitung abgesagt wurde. Kaum lag der Turntag hinter uns, als wir mit allen Kräften für den Stafettenlauf Potsdam—Berlin arbeiteten. Wie wohl bekannt, gilt es bei diesem Laufe, eine Urkunde von der Qlienicker Brücke in Potsdam zur Siegessäule in Berlin durch 50 sich abwechselnde (auf der 24,8 km langen Strecke beliebig verteilte) Läufer zu bringen. Die stetig wachsende Popularität dieser Konkurrenz macht sie zu „dem" Ereignis der Berliner Athletik, und das will etwas heißen. Deshalb spannten wir alle Kräfte an, um in diesem Kampfe als einzige jüdische unter 53 teilnehmenden Mannschaften ehrenvoll abzuschneiden. Jeder, der zwei gesunde Beine sein eigen nannte, wurde auf seine Tauglichkeit hin untersucht, und die Tauglichen wurden in die Mannschaft gestellt. Mit dem erreichten 17. Platz können wir ganz zufrieden sein, denn er bedeutet für uns einen schönen Fortschritt (gegen 22. Platz unter 39 im Vorjahre). Wir legten die Strecke in einer Zelt von 1 Stunde 9 Minuten 49,/t0 Sekunden zurück (gegen 1 Stunde 13 Minuten 39l/io Sekunde im Vorjahre, wo die Strecke 500 m kürzer war), d. h. ein

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