Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
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130 No. 6 Zur Georg Arndt-Stiftung. Vorstehende Satzungen der Qeorg Arndt-Stiftung wurden von der Stifterversammlung am 26. Mai 1912 angenommen. In dieser Versammlung erstattete Herr Dr. Zirker einen ausführlichen Bericht über den Stand der Stiftung, die eine Höhe von 5000 M. erreicht hat. Die Kassenführung wurde von den Revisoren genehmigt. Die Versammlung beschloß, das Vermögen der Jüdischen Turnerschaft zu überweisen mit der Bedingung, daB dem Kuratorium der Qeorg Arndt-Stiftung die Bestimmung Uber die Verwendung der Oelder verbleibt. In das Kuratorium wurden gewählt: Herren Dr. Zirker (als Geschäftsführer), Dr. Tuch und Dr. Isak Strauß. Das Verbands-Wetturnen am 26. Mai zu Berlin. Das Verbands-Wetturnen, es war das erste unserer Turnerschaft, hat einen sehr befriedigenden Verlauf genommen. Einen guten Eindruck machte schon die Pünktlichkeit, mit der es begann. Schlag 7 Uhr früh, es war die festgesetzte Sturtde, ließ der Verbandsturnwart, Herr Erich Burin, die Wettturner, 23 an der' Zahl, in zwei Riegen antreten. Eine Beratung der Kampfrichter (Heinrich Meyer-Köln, Emil Popper-Wien, Karl Ehm-Berlin, WitkowsJcy-Berlin) hatte schon vorher stattgefunden. Das Turnen selbst bot viel Anregendes. Die Pflichtübungen (siehe Turnzeitung vom April) waren etwas über Mittelstufe, doch derart in der Zusammenstellung, daß nur vollkommene Körperbeherrschung eine glatte Durchführung ermöglichte. Beweis dessen, daß einige, sonst vorzügliche Turner, die aber eine ernste Vorbereitung für unnötig hielten, so manche Uebung nicht fertig brachten. Dies machte sich besonders am Pferd—breit geltend. Auf diesem Qerät hat ein Teil unserer besten Turner versagt. Mit Ausnähme der Wiener konnte keiner 8 Punkte erreichen. Dieses schöne Qerät scheint stark vernachlässigt zu sein. Am besten wurde Reck geturnt, aber auch am Barren sah man vorzügliche Leistungen. Die vorgeschriebenen Uebungen wurden durchschnittlich viel besser ausgeführt als die Kürübungen. Dieser Umstand dürfte darauf zurückzuführen sein, daß das Qeräte-Wetturnen in unserer Turnerschaft bisher viel zu wenig gepflegt wurde. Wir wollen jedoch hoffen, daß dieses erste Verbands-Wetturnen Anlaß geben wird, nunmehr auch nach dieser Richtung hin ernster und gründlicher zu arbeiten. Die meisten Punkte wurden für die Pflichtübungen am Reck erreicht: 7,6 im Durchschnitt; die wenigsten für die Kürübung am Pferdbreit: 5,5. Die besten Qeräteturner waren: Alfred Weiß-Wien mit 79Vz Punkten, Erich Friedmann-Wien mit 75 Punkten, Julius Reiß-Wien mit 74 Punkten, Leo Kaminski-Berlln mit 71 Punkten. Die besten im Volkstümlichen: Priedmann-Wlen, Kaminski-Berlin mit 33 Punkten, Reiß-Wien mit 32 Punkten. Die höchste Punktanzahl erzielten: Am Reck: Karmelik, L., Berlin mit 26Vi Punkten, Weil, 1$^ Wien, mit 26 Punkten, Weiß, Reiß, Friedmann-Wien mit 25V2 Punkten.