Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 6 (6.1912)
- Date
- 1912-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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118 No. 6 Der Vorschlag, ein Begrüßungstelegramm an den in Posen tagenden Delegiertentag der zionistischen Vereinigung für Deutschland zu richten, wird angenommen. Dörnberg bittet, alle Anträge, die das Organisationsstatut betreffen, jetzt der Kommission zu überweisen. Bericht über die Georg Arndt-Stiftung. Dr. Zirker: Die Stiftung umfaßt annähernd 5000 Mark, die der Turnerschaft im Auftrage der Stiftungsversammlung auf Qrund eigener Satzungen übereignet werden. Dr. Tuch verliest die Satzungen*). Dr. Theilhabcr gibt die Anregung, das Qeld nicht in mündelsicheren Papieren, sondern in jüdischen Werten anzulegen. Dr. J a 1 o w i c z entgegnet, daß wir nur den Bericht entgegenzunehmen und nicht darüber zu beraten haben. Er nimmt den Bericht zur Kenntnis und dankt den Stiftern, die uns in die Lage setzen, durch Ueberweisung dieses beträchtlichen Vermögens künftig Ersprießliches für die Turnerschaft zu leisten. Anträge. Der Jüdische Turnverein M a k k a b i - Konstantinopel beantragt: Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft trägt Sorge für die Inangriffnahme und Ausarbeitung einer Turnliteratur im Anschluß an das nach § 3,8 der neuen Verbandsstatuten zu beschließende einheitliche Kommando zwecks Heranziehung und Ausbildung der Juden des Orients. Die hierfür notwendige Sprache ist das Hebräfsche. Dr. Löwe vertritt den Konstantinopler Antrag aufs wärmste. Er stellt es als eine Notwendigkeit hin, daß wir für Bulgarien, die Türkei, die Balkanländer und Qalizien die hebräische Sprache als Turnsprache einführen. Er bittet, nicht an den Kosten Anstoß zu nehmen, sondern an die große Wichtigkeit dieser nationalen Sache zu denken. Dr. Jalowicz: Es kann keinem Zweifel unterliegen, daß dieser Antrag im Prinzip bei uns allen sympathische Aufnahme findet; anders ist die Frage der praktischen Behandlung. Wenn die Kreiseinteilung Annahme findet, wird ja der Ausschuß mit den Orientkreisen in Fühlung treten und versuchen, etwas zu vollbringen, das dem Antrag von Konstantinopel nahe kommt. Die Herren werden sodann zusammentreten und dem neuen Ausschuß — unter der Voraussetzung, daß das neue Statut durchgeht — diesen Antrag als Material überweisen mit dem Auftrage, innerhalb sechs Monaten einen Bericht m erstatten, was diesbezüglich in Angriff genommen wurde. Qreifenhagen: Für Deutschland ist das hebräische Kommando vorläufig ein Ding der Unmöglichkeit. Es handelt sich also darum, ob im Orient genügend Material gesammelt ist, um eine hebräische Kommandosprache einzuführen, und schlägt vor, daß eine Kommission, in der Löwe und Hirsch sitzen sollen, mit Erledigung der Angelegenheit betraut wird. Dr. Theilhaber: Wir brauchen unbedingt ein einheitliches Kommando, ich stelle deshalb den A ntr ag, daß eine kleine Broschüre von etwa 15 Seiten zusammengestellt wird von einer Kommission, der Dr. Löwe und Hirsch und eventuell zwei oder drei andere Hebraisten *) Wir geben die Satzungen an anderer Stelle wieder. D. Red.