Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 5 (5.1912)
- Date
- 1912-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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100 No. 5 Seiten „die Judenfrage zu lösen". Eine Frage, die fast alle modernen Menschheitsprobleme berührt und darum eines eigenen gründlichen Studiums bedarf und die vor allem den meisten Autoren durchaus fern lag. Wir wollen Milde walten lassen — gegen die Autoren und uns — und auf die Einzelheiten nicht eingehen. Sie enthalten sehr wenig Wertvolles und objektiv Wahres, manches Geschmacklose, vieles Schiefe und Halbe und sehr vieles objektiv Unrichtige. Wie gesagt: das liegt in der Natur der Sache. Und deshalb halte ich das Buch für keine Bereicherung unseres Büchermarktes. Eines war aber auch mir „interessant". Und gerade, weil die meisten Urteile nicht auf historisch-wissenschaftlicher Forschung und politischem Denken, sondern mehr auf instinktiven Sentiments beruhen. Man sieht wieder einmal deutlich, daß die geistig und sittlich sicherlich hochstehenden Christen Deutschlands im Qrunde ihres Herzens antisemitisch empfinden. (Ich will diese Tatsache nur registrieren und selbstverständlich niemandem eine ehrliche Empfindung zum Vorwurf machen!). Sie sind bereit, ihre jüdischen Landsleute mit offenen Armen zu begrüßen, — sobald dieselben aufhören, Juden zu sein. Sie geben durch die Bank (mit ganz verschwindenden Ausnahmen) der jüdischen Qemeinschaft den sicherlich wohlwollenden Rat des Selbstmordes. Und sie glauben, diesen Rat geben zu können auf Qrund der Kenntnisse, die sie von den deutschen Juden der Gegenwart haben. Ihnen fehlt der Einblick in die jüdische Moderne. Sie wissen nicht, .daß ein neues, starkes, jüdisches Judengeschlecht (auch in Deutschland!) heranwächst, das dem jüdischen Volke den Willen und die Kraft zum Leben erneuert. In bezug auf die Urteilenden mag das Buch „Die Judentaufen" uns Interessantes, doch wenig Neues bieten. Zum Studium der Judenprobleme haben wir gute und ernste Bücher. Henry Unna. Bestellungen anf Liederbuch und Notenheft sind fortan an den Jüdischen Verlag O. m. b. H., Berlin W., Sächsischestr. 8, zu richten, da wir die Auslieferung dieser Schriftwerke dem genannten Verlag übertragen haben. Der Jüdische Verlag gewährt bei größerem Bezug die gleichen Rabatte wie wir sie bisher gewährt haben. Der Ausschuß der Jüdischen Turnerschaft. Nachruf. Jakob Birnbaum-Antwerpen, unser wackeres Mitglied, hat bei dem Untergang der „Titanic"' sein junges Leben gelassen. In unserer Lehrlingsabteilung herangebildet, war er längere Zeit Kassenwart unserer II. Männer-Abteilung und hat als solcher tatkräftig für unsere Sache gewirkt. Sein Andenken sei gesegnet. Der Jüdische Turnverein Bar Kochba in Berlin. r-~-■ Regina Hirsch Hans Pagel Verlobte y Strilw Beuihtn O.-Schl. 3** Wir bitten bei Einkaufen Bittere Inserenten tu bevorzugen und ym* .". sieb dabei auf unter Blatt zu beziehen! .%