Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 4 (4.1912)
- Date
- 1912-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 30)
- Language
- German
- Belongs to
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76 No. 4 lerischer Auffassung dürfte sogar der immer wiederkehrende vollkommen symmetrische Aufbau, der in Stufen nach innen, zum Kern, strebt, als veraltet gelten. Das dünkt dem Turner indes nebensächlich; denn das fertige Werk, an dem die Qesetze der Baukunst studiert werden könnten, hat seinen Reiz iiir ihn verloren. Kr legt seinen Stolz darein, dem Beschauer die aufsteigenden Phasen zu zeigen, ein Wink entwickelt aus dem Reihenkörper die Basis, die größten und kräftigsten Turner halten den Unterbau: in der zweiten Zeit ragen schon die Gerüste empor, die Handstände, Wagen und Fahnen sind vorbereitet, um in der letzten Zeit die dekorative Wirkung, die Feinheiten, zu prägen. Aber auch mit einer geringen Zahl von Turnern lassen sich gute Effekte erzielen. Dann muß es sich allerdings um gewandte, iibungskundige I.oute handeln. Unser Bild zeigt eine Flachpyramide mit zwei Turnern als Kern und ie dreien in vollendeter Form als Flanke. Diese FUmkieniuy. ist Eine mit gutem Ge$r|imack gestellte Tunier-IS rannde der Hamburger Ttirner-u'hiiil überaus reizvoll und dürfte uiisem Lesern Anregung bieten. Das Motiv, eine Brücke in zweit Ftagen, ist der Schwerathletik entnommen, die krönenden Handstände liefern die Qipfelturner. Zur Erleichterung des zum Teil recht schwierigen Aufbaues freistehender Pyramiden hat man verschiedene Hilfsmittel angewandt, Leitern, Stangen, Stühle, Stäbe. AJs man jedoch fand, daß mit Hilfe dieser Qerüte vielfach schönere Bilder hervorzubringen waren, als ohne diese Mittel, sind sie vorsätzlich in die Gruppen eingebaut worden. Ihre Verwendung ist eine mannigfaltige. Mehr als senkrechte Leitern werden schräg gegeneinander gerichtete verwendet, die an den oberen Enden durch einen zwischen den Leitern stehenden Turner gehalten werden. An die durch die Leitern gebildeten festen Punkte setzen sich die kimsten und schönsten Gruppierungen, die ihren Höhepunkt in der Aufstellung dreier Leiterpaare finden. Kurze Eisenstäbe geben den einzelnen Baligliedern feste Verbindung und sicheren Halt. - E. B.