Mannheim
Compact Memory

Jüdische Turnzeitung · 1912-04-01 · 4 (4.1912) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
4 (4.1912)
Date
1912-04-01
Page
[Seite] (sequence 20)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/4921092-5965022-5965340--3257-4922017
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

66 No. 4 vorjährigen Entwickelung stetig weiter gesteigert und erreicht jetzt 300 (Männer, Frauen und Kinder). Weit mehr Gewicht legen wir auf die Tatsache, daß der Verein im vergangenen Jahre in der Ausdehnung seines Tätigkeitskreises sowohl quantitativ wie qualitativ tüchtig vorwärts gekommen ist. Die Männerriege turnte wie bisher an jedem Mittwoch-Abend in der Turnhalle der Knabenmittelschule unter der Leitung des Herrn Karl Adler, der den unermüdlichen Eifer seiner bisherigen Wirksamkeit wiederum bewährte. Geturnt wurde an 48 Abenden von insgesamt 1444 Turnern, also im Durchschnitt von 30 Mann (gegen 25 bezw. 18 in den Vorjahren), — eine gewiß überaus erfreuliche Steigerung. Dabei können wir schon heute sagen, daß die Höchstfrequenz, die im April 1911 mit 44 Turnern erreicht wurde, mittlerweile in diesem Januar mit einer Frequenz von 52 weit Uberholt ist. Wir sind Uberzeugt, daß noch in diesem Jahre die Durchschnittsfrequenz auf 40 und darüber steigen kann, wenn alle überzeugten Anhänger der jüdischen Turnsache ihre Wicht tun. Die Frauenriege, die auf Orund des neuen Statuts zum erstenmal mit eigenen vollberechtigten Delegierten im Gesamtvorstand vertreten war, hat sich von dem Tiefstand, den wir im vorigen Bericht konstatieren mußten, wieder merklich aufwärts entwickelt. Die Zahl der Mitglieder ist gestiegen, der Besuch der Turnstunden ungleich stetiger geworden. Die Wiederaufnahme der Vorturnerstunden ist Ende März durchgeführt worden. Sie haben Donnerstag Abend in der Oberrealschule unter Leitung des Herrn Karl Adler in regelmäßiger Folge stattgefunden und sind durchschnittlich von 6 aktiven Turnern, denen die Genehmigung hierzu erteilt war, besucht worden. Die Herren haben dann in den allgemeinen Turnstunden sich mit erfreulicher Regelmäßigkeit für die Leitung der Riegen zur Verfügung gehalten. Am Schluß des Berichtsjahres wurde im Anschluß an die Vorturnerstunde eine zweite allgemeine Turnstunde eingerichtet. Die Zöglingsriege hat ebenfalls einen bemerkenswerten Aufschwung erfahren und zählt jetzt etwa 25 Mann. Auch der Besuch war ungleich besser als im Vorjahr, so daß zeitweise in 2 Abteilungen geturnt werden mußte. Die Leitung lag in den Händen des Herrn Jacob Elias. Turnermärsche fanden im abgelaufenen Jahre im ganzen 11 statt: Marienberg — Unterberg, Kobylepole — Schwersenz, Rosenhagen — Jaroslawice, Owinsk — Weißenburg, Waldhöhe —Petzen—Moschin, Ulmenhof, Weißenburg, Unterberg—Marienberg, Solatsch—Golentschin. Hervorzuheben ist der Tagesausflug, der zu Pfingsten vom Verein in die polnische Schweiz nach Zerkow unternommen wurde und trotz der Hitze und mancher Wegeschwierigkeiten Uberaus anregend verlief. Auch der bereits traditionelle Nachtmarsch, der in einer der kurzen Juninächte nach Schwersenz unternommen wurde, (and wieder eine Beteiligung von mehr als 40 Herren aller Altersstufen. Die Turnspiele leitete Herr Jacob Elias auf dem Exerzierplatz hinter der Orenadierkaserne. Es nahmen durchschnittlich 20 Herren daran teil. Gespielt wurde: Schleuderball, Schlagball, Tauziehen, Barlauf, Wettlauf. An mehreren Sonntagen wurde zum Stafettenlauf trainiert, der am 3. September auf der Strecke Posen—Schwersenz stattfand, unter aktiver Mitwirkung von Ober 30 Herren und passiver Beteiligung einer großen Zahl von Mitgliedern. Diese Veranstaltung soll die methodische Pflege des Sports und der Leichtathletik im Rahmen des Spielbetriebes eröffnen. Fechtkurse wurden unter Leitung des Herrn Laufer abgehalten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.