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Jüdische Turnzeitung · 1912-04-01 · 4 (4.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
4 (4.1912)
Date
1912-04-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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52 No. 4 Die Neuorganisation der Jüdischen Turnerschaft. Schon zu wiederholten Malen haben sich die Jüdischen Turntage mit den Mängeln der Organisation unseres Verbandes beschäftigt. Zwischen dem Verband und den Einjelvereinen bestand (und besteht) nur ein lockerer Zusammenhang. Dies hatte zur Folge, daß die Verbandsaufgaben nicht so wie es allseitig gewünscht wurde, zur Ausführung gelangten. Die Vereine entsprachen den Wünschen der Verbandsleitung meistens nicht oder nicht mit der erforderlichen Disziplin und Beschleunigung, der Verbandsausschuß seinerseits verlor infolgedessen seine zu Beginn der Amtstätigkeit unter dem Eindruck des Turntags besonders rege Arbeitslust. Die Begründung der Obmannschaft sollte diesem Organisationsmangel abhelfen, vermochte das aber nicht, wie bereits auf dem letzten Turntage festgestellt wurde. So oft der Ausschuß an ein intensiveres Zusammenarbeiten mit den Obmännern herantrat, fand er bei der Mehrzahl der Obmänner nicht die gewünschte Geneigtheit zur Mitarbeit. Diese Indifferenz ist wohl unbedenklich auf die zu große lokale Ausbreitung des Verbandes, auf die damit zusammenhängende Vefschiedenartigkeit der Bedürfnisse und Wünsche der Einzelvereine, d. h. auf das Pehlen eines Zwischengliedes zurückzuführen, das die unter gleichen oder ähnlichen politischen, kulturellen und wirtschaftlichen Verhältnissen lebenden Vereine zusammenfaßt. 13s hat sich im Laufe der Zeit in bezug auf die Arbeit der Verbandsleitung in Qalizien, auf dem Balkan und im Orient ganz von selbst das System herausgebildet, die Vermittlung gewisser Zentralstellen in den betreffenden Ländern in Anspruch zu nehmen. Eine Dezentralisation in der Form, daß die Vereine, welche sich in Ländern mit gleichen kulturellen, wirtschaftlichen und politischen Verhältnissen befinden, ihre eigene mit (natürlich beschränkter) Autonomie ausgestatteten Zentralstellen erhalten, ist danach durch .die tatsächliche Lage gerechtfertigt. Die Vorteile solcher Zentralstellen wären: die Oewinnung der Möglichkeit, intensivere Propaganda nach innen und außen zu treiben, schwache Vereine mit mehr Aussicht auf Erfolg zu halten und zu stützen, eine sich leichter durchsetzende Autorität im Lande zu schaffen und damit indirekt auch die Autorität der Verbandsleitung zu kräftigen, eine Entlastung der letztgenannten zugunsten einer großzügigeren Arbeit herbeizuführen, also die Arbeitsmethoden zu verbessern etc. Dabei muß Fürsorge getroffen werden, daß die Organe der Zentralstellen der Verbandsleitung nicht sozusagen über den Kopf wachsen und die Fühlung zwischen Verbandszentrale und Vereinen nicht aufheben. Von diesen Erwägungen ausgehend, hat der Ausschuß den nachfolgenden Entwurf einer neuen Verbandssatzung dem Turntage vorzulegen beschlossen: Satzung der Jüdischen Turaerschaft. § 1. Die Jüdische Turnerscliaft umfaßt alle jüdischen Organisationen, welche Turnen oder Sport systematisch pflegen und diese Satzung anKenonimen haben.

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