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Jüdische Turnzeitung · 1912-02-01 · 2/3 (2.1912) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
13 (1912)
Issue
2/3 (2.1912)
Date
1912-02-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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22 No. 2/3 Der Sport auf dem Turntag. (Zu den Vorschlägen von Fritz Abraham.) Von Georg Israel -Berlin. Noch trennt uns eine Spanne Zeit vom Turntag, und doch gilt es für die Gastgeber, ohne Verzug an die Vorbereitungen zu gehen. Auch die Brudervereine müssen durch eifrigste Propaganda unter ihren Mitgliedern das vorhandene Interesse für das Sportfest zu Pfingsten stärken und durch geeignetes Training gut durchgebildete Sportsleute in den Wettkampf schicken. Im friedlichen Streit sollen zum ersten Male bewußte Juden um den sportlichen Sieg kämpfen. Daß das Programm ein leichtathletisches sein wird, versteht sich nach der allgemeinen Entwicklung in unseren Verbandsvereinen eigentlich von selbst. In folgendem will ich versuchen, die Konkurrenzen zu besprechen. Da die Jüdische Turnerschaft Uber allgemeine Wettkampfregeln noch nicht verfügt, halte ich es für richtig, die klaren Bestimmungen der „Deutschen Sportbehörde für Athletik" anzuwenden. Dieselben müssen einige Zeit vorher durch die „Jüdische Turnzeitung" bekannt gemacht werden. Die Wettkämpfe werden in Einzel- und Mannschaftskonkurrenzen zerfallen. Zu ersteren: gehören dfe Laufe über 100, 400 und 1500 m, die durch eine lange Strecke über 3—5000 m ergänzt werden könnten. Auch ein Hürdenlauf dürfte angezeigt sein. An Sprungübungen wäre der Hoch- und Weitsprung, sowie der Stabhochsprung zu nennen. Von den Wurfübungen ist Kugelstoßen (7%. kg>, - Diskus- und Speerwerfen in Deutschland am gebräuchlichsten. Hammerwerfen wird auf dem Kontinent zu wenig betrieben. Das turnerische Schleuderballwerfen wird in letzter Zeit auch von Sportvereinen geübt. Nun zu den Mannschaftskämpfen. Gerade von diesen erhoffe ich eine außerordentliche Belebung der Uebungen. Die Mehrkümpfe werden die gleichmäßig guten, in den Einzelkämpfen aber nicht ganz zur Geltung kommenden, „Allroundathleten" beschäftigen. In den Stafetten zeigt sich die allgemeine sportliche Stärke der Verbandsvereine, und auch der Zuschauer wird durch die reizvoll wechselnden Bilder gefesselt. (Im Grunde meines optimistischen Herzens denke ich da auch an einen Wanderpreis, der vielleicht von einem unserer Gönner gestiftet wird.) Auch Vereinsmehrkämpfe gehören in unser Programm. Für die Schwerathleten könnten Ringkämpfe oder Tauziehen eingeschaltet werden. Ob die Wettkämpfe ein Fußballspiel beschließen soll, ist schwer zu entscheiden, da z. B. für den Berliner Bar Kochba dieselben Personen in Betracht kämen, die sich schon an den leichtatfiletlschen Uebungen beteiligt haben und deren Leistungsfähigkeit dadurch stark bezweifelt werden müßte. Ein besonderes Kapitel gebührt der sportlichen Betätigung der Frau auf unserem Sportfest. In England üben die Frauen schon längst Sport in jeglicher Form aus, auch in der Leichtathletik leisten sie Erfreuliches. Im vorigen Jahr hat auch der größte Berliner Turnverein für seine Frauenabteilungen erfolgreiche volkstümliche Wettkämpfe und Spiele veranstaltet. Wahrscheinlich würde eine Beteiligung unserer Turnerinnen an diesem Sportfest nur für den Berliner Bar Kochba (Frauenbund für Turnen und Sport?) in Betracht kommen, doch würde ein günstiges Ergebnis auf das

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