Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 13 (1912)
- Issue
- 1 (1.1912)
- Date
- 1912-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sudffche Cumzetfung. tTlonats&hriB für die körperliche Liebling der Süden Herausgegeben von der Südlichen CurneiUtaft. XIII. gghrg. no. 1 B,r„n e„zffi-ders(r, 3» ~ Januar 1912 Nachdruck der nachfolgenden Oririnalaufsatze i« nur mit |wwir QueUenargab« gestattet. Geleitwort. Le roi est mort — vive le roi! In ähnlichem Sinne können wir sauen: Ein langer Jahrgang unserer Zeitschrift ist wiederum beendet — es lebe der neue! Und indem wir den Jahrgang 1911 ad acta legen, fahlen wir uns vor allem bewogen, unseren verehrten Mitarbeitern für ihre selbstlose Unterstützung der „Jüdischen Turnzeitung" aufrichtig zu danken. Sie finden ihren einzigen, aber auch wahrhaft schönen Lohn in dem Bewußtsein, mit uns der Veredelung der jüdischen Jugend gedient zu haben. Und dieses Ziel allein soll auch fürderhin der Leitstern unserer Blätter sein. Die Veredelung unserer Jugend in rein körperlichem Sinne durch Turnen und Sport. Ihre Veredelung in höherem Sinne: sie zu befreien von den Schlacken und Unschönheiten, die Jahrtausende uns anerzogen; sie einem inhaltlosen Leben oder phrasenhafter Schwärmerei zu entreißen; der jüdischen Jugend jüdische Ideale zu schenken. Der Inhalt unseres Ideals sei der Glaube an unsere Zukunft. Aus unseres Volkes großer Vergangenheit wollen wir ihn schöpfen. Aus der einfachen Tatsache, daß die jüdische Nation trotz unsäglicher Leiden mit beispielloser Lebensenergie zahllose Völker Uberdauert hat. Aus dem Bewußtsein unseres Wertes! Ebenso fern von eitlem Chauvinismus wie von unmännlicher SelbstentwUrdigung sollen wir, die jüdische Jugend der Gegenwart, uns unserer historischen Aufgabe bewußt werden. Das Volk der Juden ist erwacht, es ruft nach seinen Söhnen! Man spricht und schreibt heute viel, leider allzuviel von „der Renaissance des jüdischen Volkes". An i>ns ist «s, das verzerrte Schlagwort wieder zum Wort zu machen. Und ein großes Wort ist es, aus unserem Sklavc-nvolk wieder ein aufrechtes, freies, itationalbewußtes Herrenvolk zu macheu. Aber das Erkennen unserer historischen Pflicht, es verleiht uns Adel, es gibt unserer Seele Schwung, es schenkt uns die Kraft und das Selbstvertrauen, die eine große Tat verlangt. Die „Jüdische Turnzeitung" soll unserem nationalen Sehnen Ausdruck getien. Sie soll die Verbindung herstellen zwischen der Juxend unseres weit verstreuten Volkes. Sie soll dem Einzelnen in Stunden des Zweifels neuen Mut einflößen durch das Bewußtsein unserer Solidarität. Sie soll schließlich dem Ideal unserer nationalen Zukunft immer weitere Kreise unserer Jugend erschließen, denn erst wenn die ganze Jugend unseres Millionenvolkes vom jüdischen Wollen erfüllt ist, ist die Basis unserer Zukunft gegeben. Und stritten wir für Judas Ruhm Voll Kraft in Jugendzeiten, So werden wir im Maniiestum Noch zehnmal besser streite»! Henry Unna.