Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 11 (11.1903)
- Date
- 1903-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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196 No. 11 sich bereits beim Magistrat. Schon jetzt aber ist es geraten, wenn die in diesen Stadtteilen wohnenden männlichen und weiblichen Mitglieder bei ihrem Abteilungsvorstand sich zwecks Umschreibung in die neuen Abteilungen melden, damit gleich von vornherein ein Stamm von Turnern gesichert ist. Schliesslich sei auf die Pflicht der Propaganda für diese Abteilungen besonders hingewiesen. — Unter den Vereinsveranstaltungen der letzten Zeit ist vor allem der zum Zwecke einer wirksamen Propaganda für unsere II. Anfängerbezw. Ausländer-Abteilung gehaltene Vortrag unseres Dr. med. Julius Citron hervorzuheben, zu dem zahlreiche Einladungen in die bisher noch ziemlich indifferent der Sache gegenüberstehenden Kreise der hiesigen ausländischen Juden versandt wurden. Der Vortrag war daher auch recht gut besucht und hat einen vortrefflichen Erfolg zu verzeichnen: am nächsten Turnabend traten 25 Herren in die Abteilung ein. Herrn Dr. Citron sei auch an dieser Stelle unser herzlichster Dank für seine Bemühungen ausgesprochen. — Erwähnung findet noch die wohl infolge der Saison sehr schwach besuchte Stiftungsfestfeier der Lehrlings-Abteilung, die aber, einen gemütlichen Verlauf nahm. — Aus beruflichen Gründen verliessen den Bar Kochba Herr Georg Arndt, unser zweiter Vorsitzender und verantwortlicher Redakteur der „Jüdischen Turnzeitung", infolge seiner Übersiedelung nach München, Herr Dr. Besser, der sich in Hamburg als praktischer Arzt niedergelassen hat, Herr Ludwig Mayer, der seinen Wohnsitz nach Leipzig, Herr Stasser, der seinen Wohnsitz nach Carthagena im fernen Spanien verlegt hat. Herrn Stasser wünschen wir, dass er im Lande der Stierkämpfe nicht seine Vorliebe für unsere etwas milderen, dafür aber die Allgemeinheit nicht bloss zum Zuschauen einladenden Leibesübungen verlieren möge. Die anderen Herren werden ja Anschluss an die jüdischen Turnvereine ihres neuen Aufenthaltortes suchen und finden und einen kräftigen jüdischen Geist ihnen einzuhauchen verstehen. Herr Georg Arndt wird auch von München aus in enger Fühlung mit uns bleiben. Wir würden nicht in seinem Sinne handeln, wollten wir an dieser Stelle seine Verdienste eingehend würdigen. Wir wissen, was er uns gewesen ist und was er uns bleibt, wenn er auch mehr hinter den Koulissen, den Augen des grossen Publikums entrückt, tätig war. Aber das ist eben das Hervorstechende an ihm: eine instinktive Ab-