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Jüdische Turnzeitung · 1903-11-01 · 11 (11.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
11 (11.1903)
Date
1903-11-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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186 No. 11 Hinweis auf den Widerspruch der beiden Nationalitäten (der jüdischen und der deutschen) in den Augen mancher Unbeteiligten, die der Sache nicht auf den Grund gehen, zu schaden. Scheiden wir nun die sophistische Wortklauberei aus und setzen in obigem Satz die richtigen Bedeutungen ein, dann lautet er einfach: Jüdischstammesgenossenschaftlich (man entschuldige das zungenbrecherische Wort) und deutsch-patriotisch zugleich kann man nicht sein. Erst jetzt, nachdem wir den Vorwurf in unverhüllter Form vor uns haben, können wir Front gegen ihn machen. Was also haben wir auf ihn zu erwidern? . Es kann natürlich nicht unsere Aufgabe sein, unseren Patriotismus zu beweisen, lassen sich doch Gefühle (und anderes ist der Patriotismus überhaupt nicht) nicht beweisen. Dennoch sei auf einige Tatsachen hingewiesen. Der Patriotismus bekundet sich natürlich am stärksten in Zeiten der Gefahr für das Vaterland. Haben bei solchen Gelegenheiten National-Juden versagt? Der in weiten Kreisen rühmlichst bekannte Oberst Goldsmith, der Begründer und eifrige Förderer der englischen Jewish lads brigade, war ein hervorragender Führer im Burenkriege. Aber auch auf der Seite der Buren kämpften zahlreiche Zionisten, die doch auf alle Fälle National-Juden sind, mit grösster Tapferkeit. In dem Kriege der Vereinigten Staaten gegen die Philippinen wurde ein eigenes zionistisches Regiment gebildet, das sich in besonderer Weise hervorgetan hat. Diese wenigen Beispiele mögen genügen, um durch die Tatsachen zu beweisen, wie in keiner Weise die Zugehörigkeit zum Nationaljudentum den Patriotismus schädigt. Aber auqli theoretisch ergibt sich dieses Resultat; denn was hat die Pflege der Kenntnis unserer Geschichte und das hierdurch gefö derte Stammeszusammengehörigkeitsgefühl zu tun mit der Liebe zu dem Lande, in dem wir geboren, auf dessen Boden wir unsere Kindheit verlebt? Hat doch selbst der deutsche Kaiser zu wiederholten Malen diesen Stammesstolz neben dem Patriotismus nicht nur gelten lassen, sondern hochgepriesen: „Das Königreich Preussen setzt sich aus vielen Stämmen zusammen, die stolz sind auf ihre frühere Geschichte und Eigenart, das hindert sie nicht, vor allem brave Preussen zu sein." Noch viel weniger kann sich unser Nationaljudentum in Gegensatz stellen zu unserer deutschen Staatsangehörigkeit. Aber, sagt man: Ihr seid doch nicht so gute Deutsche wie wir andern, denn Ihr pflegt jüdische Kultur, nicht deutsche. Wir erwidern hierauf, dass wir die deutsche Kultur mit

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