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Jüdische Turnzeitung · 1903-09-01 · 9 (9.1903) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
9 (9.1903)
Date
1903-09-01
Page
[Seite] (sequence 4)
Language
German
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154 No. 0 Die weitere Entwicklung übergehen wir mit ein paar Worten. Es strömten auch die zu uns, die wir nicht erwartet hatten, wir erzogen einen Nationaljuden nach dem andern aus ihnen, der „Bar Kochba" zählt nach Hunderten, hier und da und dort sprossten jüdische Turnvereine empor, zum guten Teil aus Schösslingen seiner Kraft. Und nun fühlten wir uns stark genug, uns zu sammeln zu systematischer, gemeinsamer Arbeit. Wieder trat die Frage hervor: Sollen wir den engeren Kreis der nationaljüdischen Turnvereine schliessen, oder sollen wir eine breite Basis für alle schaffen? Wieder waren es gute Nationaljuden, die aus Gründen der Klugheit und der Diplomatie eine schärfere Trennung verwarfen, wieder waren es die kühneren, jugendlichen Vorwärtsdränger, die das nationaljüdische Prinzip an die Spitze der neuen Turnbewegung setzten. Und es ist gelungen. Ein Drittel der jüdischen Turnvereine hat sich sofort angeschlossen, das zweite Drittel folgt auf dem Fusse, das Dritte folgt zögernd und widerwillig, aber es muss folgen, wenn es sich nicht von dem pulsierenden Leben der jüdischen Turnbewegung abschneiden will. Ein Verband jüdischer Turnvereine ist ein Unding ohne die nationale Idee. Wofür sollten wir arbeiten, was propagieren? Im einzelnen Verein kann man vielleicht das Turnen so in den Vordergrund stellen, dass es allein alle Arbeit lenkt. Aber grade der Verband wird ja geschaffen weit mehr, um die Idee unserer spezifisch jüdischen Arbeit zu verbreiten und zur Anerkennung zu bringen, als um Turnerisches im engeren Sinne zu leisten. Jetzt, wo ein neuer, weiter — und noch unabsehbarer — Weg vor uns liegt, bedarf es mehr als je bisher des festen Zieles, und dieses Ziel kann nur sein die Stärkung jüdischer Kräfte zu jüdischer Arbeit, also ein nationales. Das Turnen muss wie bisher ein Mittel zum grossen Zweck bleiben. Das Rückgrat der jüdischen Turnbewegung bleibt der nationaljüdische Gedanke, ohne den sie nicht begriffen werden kann. Dies ist die innere Situation der jüdischen Turnbewegung. Ich habe sie ausführlicher behandelt, weil wir uns über sie ganz klar sein müssen. Der innerlich Gefestigte aber kann von seiner höheren Warte aus das äussere Geschehen mit Ruhe und Sicherheit verfolgen. Sein Entschluss ist schnell und einfach, er braucht nur ruhig seinen Weg weiterzugehen. „Die jüdische Turnerschaft"! Das eine Wort hat unsere

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