Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 8 (8.1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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142 No. 8 einstimmende Votum der Aerzte den überaus starken Anteil der Juden. Alle Gewährsmänner indes, welche den hohen Bestand von Geisteskranken, Blödsinnigen, Taubstummen, Hysterikern, Neurasthenikern u. s. w. in der jüdischen Rasse notieren, weisen auch auf die verhältnismässig grössere Zahl von Intelligenzen unter den Juden hin. Beide Dinge gehören, was wichtig ist, hier schon hervorzuheben, zusammen. Wo viel Licht ist, da ist viel Schatten. Nach den Gesetzen der Biologie geht eine Überproduktion von geistiger Begabung einher mit der Zunahme der Geistes- und nervösen Alterationen. Nach der guten, wie nach der schlimmen Seite ist unsere nervöse Eigenart das Resultat eines Jahrtausend alten Züchtungsverfahrens. Das jüdische Volk, dem schon Mose keine strengere Strafe androhen konnte, als Wahnsinn, Blindheit und Verblödung der Sinne, hat, da man es von Heimat und Boden verstiess, sich ein geistiges Reich aufgerichtet und in gierigem Lerntriebe das Gehirn geweckt und gespornt. Die Beschäftigung mit dem Handel, der ständig ihnen aufgedrungene Wechsel der Erwerbsart, die ungeheure Abgabepflicht, mit der sie sich den Schutz der Mächtigen der Erde erkaufen mussten, hat das Gehirn unserer Stammesvorfahren immer neu zum Denken und Arbeiten gereizt. In diese geistige Dressur griff stets von neuem wieder ein die nervenzerrüttende Peinigung der ewigen Verfolgungen, das ruhelose und ziellose Wandern mit seinen nervenerregenden Umständen: der geistigen Überarbeit und Affektüberspannung fehlte die physische Ergänzung, der Mangel an Kreuzung, die Heiraten im engsten Stamme begünstigten die Vererbung und Potenzierung dieses Gehirnjudentums nach der positiven, wie nach der negativen Seite. Es kann nicht übergangen werden, dass in Zeiten der Ruhe innerhalb des Ghettos eine Erholung eintrat, wo eine gleichmässige Berufsbeschäftigung mit der innern Seelenharmonie sich verband, welche der strenggläubige Jude in der getreuen Ausübung seiner religiösen Pflichten fand. Der Flügelschlag einer neuen Zeit, welche man die Emanzipationsepoche nennt, klopfte nicht nur an Ghettothore, hinter welchem ein gequältes Judendasein sich verschloss, sondern auch an Mauern, welche ein zufriedenes, abgeklärtes Glück bargen. Die Emanzipation hat uns sicherlich das nervenberuhigende