Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 8 (8.1903)
- Date
- 1903-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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138 No. 8 Sieg ihn verliess, da wusste er zu sterben. Bar Kochba ist die letzte weltgeschichtliche Verkörperung des kriegsharten, waffenfrohen Judentums. Sich unter Bar Kochbas Anrufung zu stellen, verrät Ehrgeiz. Aber Ehrgeiz steht Turnern, die nach höchster Entwicklung streben, wohl an. Bei keinem Volksstamm hat das Turnen eine sowichtigeerzieherische Aufgabe wie bei uns Juden. Es soll uns körperlich und im Charakter aufrichten. Es soll uns Selbstbewusstsein geben. Unsere Feinde behaupten, wir hätten dessen ohnehin schon viel zu viel. Wir aber wissen am besten, wie falsch diese Unterstellung ist. An ruhigem Vertrauen zu eigener Kraft fehlt es uns vollständig. Unsere neuen Muskeljuden haben noch nicht die Heldenhaftigkeit der Vorfahren wiedererlangt, die sich massenhaft in die Arena drängten, um an den Kampfspielen teilzunehmen und sich mit den geschulten hellenischen Athleten und den kraftvollen nordischen Barbaren zu messen. Aber sittlich stehen sie schon heute höher als jene, denn die alten jüdischen Zirkus-Kämpfer schämten sich ihres Judenturas und suchten mittelst eines chirurgischen Kniffs das Zeichen des Bundes zu verheimlichen, wie wir aus den Strafreden der empörten Rabbinen wissen, während die Mitglieder des Vereins «Bar Kochba» sich laut und frei zu ihrem Stamme bekennen. Möge der jüdische Turnverein blühen und gedeihen und zu einem an allen Mittelpunkten jüdischen Lebens eifrig, nachgeahmten Vorbild werden! Konfessionelle oder nationaljtldische Turnvereine? Elias Auerbach. In jüngster Zeit haben sich in Deutschland eine ganze Anzahl jüdischer Turnvereine aufgetan, und an sie vor allem richten sich die folgenden Zeilen. Was hat die jüdischen Turnvereine ins Leben gerufen? Man glaube nicht, dass das nur die Anfeindungen waren, die wir Juden in deutschen Turnvereinen zu erdulden hatten. Nein, wir Gründer des ersten jüdischen Turnvereins hatten ja darunter kaum zu leiden; wir gehörten zum grössten Teil keinem Turnverein an, nur wenige von uns brachten persön-