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Jüdische Turnzeitung · 1903-07-01 · 7 (7.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
7 (7.1903)
Date
1903-07-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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No. 7 115 einzelnen und vereinzelten Turnvereine vollziehen würde. Dazu wäre es allerdings ei forderlich, dass sie nicht nur ihre Eliteturner, sondern ausser diesen auch ihre Vertreter nach Basel schicken und ihnen Vollmacht geben, bindende Beschlüsse zu fassen. Damit wäre .schon etwas Erhebliches erreicht. Die in letzter Zeit stark in den Hintergrund getretene Diskussion über die Verbandsgründung wieder in Gang zu bringen, ist Sache der geistigen Elite unserer Turnerschaft, insbesondere der einzelnen Vereinsvprstände, die sich bewusst sein müssen und auch sicherlich bewusst sind, dass eine in engem Vereinsrahmen sich haltende Kleinarbeit unmöglich das Endziel der jungjüdischen Turnbewegung sein kann. Eine straffe und planvolle Organisation tut uns bitter not. Dass sie leicht zu schaffen ist, ja dass starke Ansätze dazu gewissermaassen latent vorhanden sind, folgere ich daraus, dass bis jetzt schon sieben Korporationen finanzieller Opfer ungeachtet ihre Mitwirkung bei dem Schauturnen in Basel zugesichert haben. Ich hoffe, Jass der erste Vertretertag der jüdischen Turnvereine nach Basel einberufen wird und dass sie sich dort nicht nur zu kurzer gemeinsamer Aktion zusammenfinden, sondern dass in Basel der Grundstein zu dem Allgemeinen jüdischen Turnverband gelegt wird. In diesem Sinne rufen wir unseren Brüdern zu: Auf nach Basel! Berührungspunkte des Turnwesens und der Bodenkulturbestrebungen in der JudenheJt. Von Dr. Ernst Tuch. Seit einigen Jahren wirkt unermüdlich eine kleine Schar begeisterter Männer für den Zweck, Juden auf deutschem Boden der Landwirtschaft zuzuführen. Es ist bereits früher*) in diesen Blättern auf die Bedeutung des „Vereins zur Förderung der Bodenkultur unter den Juden Deutschlands" für die Gesamtjudenheit hingewiesen worden. In diesem Jahre konnte er damit beginnen, sich dem ersten Teil seiner Tätigkeit zu widmen, d. h. Zöglinge praktisch in der Landwirtschaft zu unterweisen, die dann später als selbständige Bauern angesiedelt werden sollen. Trotz ausgedehnter Propaganda erscheint doch noch immer weiten Kreisen die ganze Idee äusserst fremd und unausführbar. Abgesehen von denen, die den Juden die Befähigung und die Lust zur schweren körperlichen Arbeit ableugnen wollen — und die in diesem Blatt *) In der Januar-Nummer des Jahres 1902. 7*

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