Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 6 (6.1903)
- Date
- 1903-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 14)
- Language
- German
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104 No. 6 Krawalle, sie wurden aber sofort schon von der Polizei unterdrückt, freilich war in beiden Fällen die Organisation der Selbstwehr sogleich -zur Stelle. Ähnliches erzählt eine jüdische Nachricht aus Pinsk: Am 1. und 2. Mai waren wir mit der Organisation einer Miliz zur Selbstwehr beschäftigt, es gelang, gegen 300 kräftige Gesellen, Zimmerleute, Fleischer, Fuhrleute und dergleichen, zu organisieren. Wir werden uns bis zum Äussersten verteidigen. Der fünfzehnte Kreis der Deutschen Turnerschaft, Deutschösterreich umfassend, marschiert, so schreibt die antisemitische „Ostdeutsche Rundschau",*) seit langer Zeit in nationaler Beziehung an der Spitze der Hunderttausende, die in der Deutschen Turnerschaft vereinigt sind. Viele unserer besten Männer haben sich, allen Anfeindungen zum Trotze, der Turnerschaft angeschlossen, von dem wahrhaft völkischen Bestreben geleitet, in dieser riesigen Körperschaft reinigend, klärend und veredelnd zu wirken. Nach langen und harten'Mühen ist es gelungen, den fünfzehnten Turnkreis judenrein zu machen, ein glänzender Erfolg für Deutschösterreich, der die Wut der Juden und ihrer Knechte zu ungeahnter Höhe stachelte. Beschwerden und Einsprüche gingen an die Leitung; man wollte nichts Geringeres, als dass der fünfzehnte Kreis, der es gewagt hatte, die Juden daran zu hindern, dass sie sich deutsche Turner nennen, aus der Turnerschaft ausgeschlossen werde. Und wenn es nicht geschah, so ist das nicht der Liebe des Herrn Dr. Götz zur deutschen Eigenart zuzuschreiben, sondern der Erkenntniss, dass die Turnerschaft auf Deutschösterreich nicht verzichten kann. — Trotzdem biedert sich der „Deutschösterreichische Turnverein" noch immer den Deutschen an. Haben denn diese Leute kein Ehrgefühl im Leibe? Die Grundlagen des Rassenphaenomens. Die antisemitische „Staatsbürger Zeitung" befasst sich in einer Notiz ihrer Nummer vom 1. April mit dem in unserem Februarheft unter obigem Titel abgedruckten Waldenburgschen Aufsatz, der sich „in echt jüdischer Überhebung gegen die Deutschen und Arier" richte. Dem gegenüber stellen wir hiermit fest, dass, wie der Wortlaut des bezügl. Aufsatzes deutlich lehrt, die darin enthaltene Polemik einzig und allein gegen den mehrfach daselbst zitierten Verfasser des Buches „Die Grundlagen des neunzehnten Jahrhunderts", Houston Stewart Chamberlain, und seine antisemitische •) Cit. n. „Jod. Volksbl.", Wien.