Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 6 (6.1903)
- Date
- 1903-06-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 6 95 falls viermal in der Woche, die Turnstunde der Männerabteilung. Die turnerische Leitung des Vereins lag bis zum September 1902 in den Händen des Turnwarts Herrn N. Kaleb, seitdem ist ein besonderer bulgarischer Turnlehrer angestellt worden. Die Entwickelung des Vereins zeigt einen erfreulichen Aufschwung während des letzten Jahres, nachdem auf die erste Blüte des Gründungsjahres ein Stillstand und sogar Rückgang gefolgt war. Nicht zum wenigsten schreibt man den nunmehrigen günstigen Stand des Vereins dem im Februar 1902 errichteten neuen Statut zu, das dem Ganzen erst die feste Basis verliehen hat. Die Geselligkeit wird auf Turnfahrten und Familienausflügen, Tanzkränzchen etc. gepflegt. Alljährlich im Juni wird das Stiftungsfest durch einen Ausflug in die Umgebung mit Turnspielen, Vorträgen und dgl. begangen.*) I.Vorsitzender des „Makabi" ist Herr Sch. N. Geron, sein Stellvertreter Herr David N. Kaleb; weiter gehören dem Vorstand an: als Schriftführer Leon Semoff, Kassierer Presiado Alkalei und Beisitzer Isaak N. Sidi. In der Hauptstadt des Fürstentums, Sofia, besteht seit 1899 der Jüdische Turnverein „Samson", der, von Schülern der höheren Klassen des dortigen Gymnasiums begründet, sich grosser Beliebtheit und eines regen Wachstums erfreut. Der Verein steht wie der „Makabi" in Philippopel auf zionistischer Basis; er zählt 60 Mitglieder mit einem monatlichen Beitrag von 50 ctms. Geturnt wird Mittwochs und Sonnabends von 5—7 Uhr Abends unter der Leitung eines sephardischen Lehrers der dortigen Alliance-Schule in vier Riegen. Leider müssen im Winter mangels eines geeigneten Turnsaals die Übungen ruhen, erst im Frühjahr beginnt an eigenem Reck und Ringen das turnerische Leben, neuerdings wird auch Fussball gespielt. Auch hier ist das Schülerelement zahlreich vertreten, schmuck und frisch ziehen sie jetzt in kleidsamer Tracht — Kniehosen, schwarze Strümpfe, weisses Hemd mit blauem Gurt und blau-weissem Band — mit flatternder blau-weisser Fahne nach dem nahbelegenen „Kurubaglär" oder in die weitere Umgegend zu Spiel und Turnfahrt. Was die Zusammensetzung des Vereins anlangt, so überwiegen hier die Aschkenasim, während inRustschuk der Jüdische Turnverein „Makabi" meist Spaniolen (Sephardim) unter *) Leider sind wir nicht von dem Datum des Festes in Kenntniss gesetzt worden und können unseren wackeren Turnbrüdern nur auf diesem Wege ein kräftiges Hedad! zurufen. D. Redakt. 6»