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Jüdische Turnzeitung · 1903-05-01 · 5 (5.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
5 (5.1903)
Date
1903-05-01
Page
[Seite] (sequence 11)
Language
German
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No 5 85 harmonischen Verhältnisse, damit der Nachwuchs nicht aus sklavisch gehorsamen Kreaturen, sondern aus freien Männern bestehe. Für uns Juden erwächst die doppelte Pflicht, hiernach zu handeln. Wir sind überall bedrückt und geknechtet worden. Kein Volk hat so viel ertragen müssen und trägt noch heute so viel wie das unserige. An uns ist es, unsere Jugend so zu erziehen, dass sie wohl Gehorsam lernt ihrem Leiter und Führer gegenüber, dass sie aber, zu Männern gereift, hoch und aufrecht gehen kann, in gesundem Leibe ein gesunder, freier Geist. Notizen. In memoriam. „Bei der Eroberung Alsens am 29. Juni, früh 6V2 Uhr, fiel Albert Cohnheim, gebürtig aus Demmin, von einer dänischen Kugel getroffen. Die Hamburger Turnerschaft von 1816, deren Vorstande er angehörte, verliert in ihm ein Mitglied, welches sich durch treuherziges, anspruchsloses Wesen die allgemeine Liebe und das grösste Vertrauen erworben hatte, und dessen Bescheidenheit und Uneigennützigkeit die höchste Anerkennung verdient. Unermüdlich auf allen Turnfahrten, markicht und sehnicht und allen Anstrengungen gewachsen, war er einer der besten Turner, welche jemals unsern Platz betreten, zugleich ein trefflicher Schütze und Schwimmer, ein Meister im Bayonnettieren. Aber nicht nur äusserlich hat ihn das Turnen zum Krieger gestählt. Schon 1862, während seines Dienstjahres als Freiwilliger zum Unteroffizier ernannt, organisierte er im vorigen Jahre, sobald die Losung „Schleswig-Holstein" erscholl, die Waffenübungen unseres Vereins, verwertete die erworbenen kriegerischen Kenntnisse zu anregenden Vorträgen über Zusammensetzung und Bewegungen der Truppen und verpflichtete sich zum Eintritte in das zu bildende schleswig-holsteinische Heer. Als die Verhältnisse sich anders gestalteten, und er als Reservist im Februar d. J. zu seiner Kompagnie einberufen wurde, da folgte er dem Rufe mit für die Befreiung Schleswigs glühendem Herzen; wie einst Friesen zog er hinaus, von allen geliebt, an Körper und Geist ein edler Kämpfer für den Ruhm und die Freiheit des Vaterlandes. Seine alten Kameraden, soeben zu einer Rekognoscierung ausrückend, begrüssten ihn in Sundevitt mit fröhlichem Hurrah; nur der Befehl seines Hauptmanns konnte ihn abhalten, sich ihr, auf die Gefahr

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