Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 2 (2.1903)
- Date
- 1903-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 2 27 bei Elandslaagte, fielen 2 der besten Turner (Engländer). — In diesem Kriege standen sich nicht nur Freund und Freund gegenüber, sondern häufig Vater und Sohn! Während des Krieges kamen einige Bekannte, die in Johannesburg geblieben waren( regelmässig zusammen, um zu turnen, und die in der Stadt zurückgebliebene Bevölkerung war diesen Leuten manchmal recht dankbar dafür, dass sie durch turnerische Aufführungen etwas Abwechslung in das ewige Einerlei brachten. Ich habe am eigenen Leibe die Wohltat des Turnens nirgends so empfunden wie gerade dort in dem heissen Klima. Und viele, namentlich Deutsche, haben es zum grossen Teil dem Turnen zu danken, wenn dieses ihren Körper so gestählt hat, dass sie dem erschlaffenden Klima und den oft zügellosen Sitten Trotz bieten konnten. Notizen. Über Bedeutung und Verhütung körperlicher Missgestalt sprach im Dtsch. Ver. f. Volkshygiene, Berlin, am 12. d. M. der bekannte Orthopäde Prof Dr. Hoffa. Von seinen Ausführungen heben wir den Nachweis hervor, dass im ersten Schuljahr etwa 5 Procent der Kinder mehr oder weniger missgestaltet sind, im zweiten Jahr schon 15, im dritten 20 und im letzten über 50 ProcentI Die Ursache liegt hauptsächlich im anhaltenden Schrägschreiben an schlechten Schulbänken. Es ist zu konstatieren, dass bei Übung der Steilschrift die Zahl der Verkrümmungen von 70 auf 15 Procent zurückgeht! Wir fügen hierzu noch hinzu, dass auch die Schwächlichkeit der Kinder eine grosse Rolle spielt und nicht zum Wenigsten der Umstand, dass viele Eltern dem normalen Wachstum ihrer Kinder nicht die notwendige Beachtung schenken; eine Verkrümmung der Wirbelsäule, die schon im bekleideten Zustand hervortritt, ist weit schwerer zu beseitigen wie eine nur am blossen Rücken sichtbare, die dem scharfen Mutterauge kaum entgehen wird. Dann aber sorge man für schnelle Abhilfe, denn alle Rückgratsverkrümmungen zeigen die Tendenz zur Verschlimmerung. Das Frauenturnen behandelt ein Aufsatz der bekannten Frauen' rechtlerin Dr. Anita Augspurg im „Tag" vom 25. v. M., den wir in seiner temperamentvollen Sprache nur wenig gekürzt wiedergeben: „Ein deutsches Turnfest soll in Nürnberg abgehalten werden, und der Ortsausschuss der Turnvereine in Leipzig hat ganz harmlos einen Aufruf zu einer allgemeinen Beteiligung auch der weiblichen Turnvereine veröffentlicht, wofür ihm im Interesse der Frauen- und der Volksgesundheit herzlicher Dank gesagt sei. Dieser Aufruf hat aber bass verdrossen bei allen teutschen Turnern, so da meinen, dass die Kunst Vater Jahns ein berechtigtes Vorrecht des teutschen Mannes sei, oder doch wenigstens ihre Ausübung auf nationalen