Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 4 (1903)
- Issue
- 1 (1.1903)
- Date
- 1903-01-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Jtp.J 13 / vier genannten Abteilungen die Zahl der möglichen Übungen bei weitem nicht erschöpft, so ist doch sicher der grösste Teil des hauptsächlich in Frage kommenden Turnstoffes behandelt worden. Die Turnsprache ist eine ganz vorzügliche und auch für den Laien nicht schwer verständlich. Die Verfasser machen einen Unterschied zwischen Morgen- und Abendübungen. Die Morgenübung soll vor dem Frühstück, die Abendübung vor dem Abendbrote oder 2 Stunden nach demselben ausgeführt werden. Hiergegen lässt sich vom sanitären Standpunkte \ aus gewiss nichts einwenden, vom turne- \a rischen jedoch erscheint es mehr als zweifelhaft, ob gerade die eine als Morgenübung angegebene Übung nicht ebenso gut als Abendübung geeignet ist, wie umgekehrt die andere Abendübung als Morgenübung. Die Verfasser geben sowohl Morgenals Abendübungen mit gleichzeitiger Arm- und Beinthätigkeit, ohne dass ein „warum" in betreff der Zeit auch nur angedeutet wird. Es wäre dies daher am besten fortgeblieben oder hätte genauer erläutert werden müssen. Die Angaben, wie oft jede Übung zu wiederholen ist, können ebenfalls nicht als massgebend betrachtet werden. Wenn z. B. angegeben wird, dass Mädchen bis zu 15 Jahren eine Übung 5—15 mal machen sollen, so ist dies ein solcher Spielraum, dass keine Angabe besser ist, als eine so willkürliche. Um des vielen Guten und Angenehmen willen, das in diesem Buche vorhanden ist, verdient es weite Verbreitung, zumal sein turnerischer Wert ein nicht unwesentlicher ist. Daher ist es auch den Vereinsturnern durchaus zu empfehlen. Th. Sch. Notizen. Jüdische Feuerwehren In Russland. Wie noch erinnerlich sein dürfte, hat Professor Mandelstamm (Kiew) in seinem Referate über die Hebung der osteuropäischen Juden auf dem Basler Zionistenkongresse im Jahre 1900 unter anderem auch die Bildung eigener jüdischer Feuerwehren empfohlen, um der Feuergefährlichkeit der primitiv und unvernünftig angelegten Häuser im Judenviertel mit mehr Wirkung als vordem entgegentreten zu können. Diese Anregungen sind, laut privaten Mitteilungen, auf guten Boden gefallen, und es sollen schon in einer ganzen Reihe der besonders von Juden bevölkerten russischen Kleinstädte (die Grossstädte haben meist ordentliche staatliche oder kommunale Feuerwehren) jüdische Feuerwehren bestehen, die gut organisiert und zuverlässig sind, wiederholt auch schon Proben ihres Mutes und ihrer Geschicklichkeit abgelegt haben; sie erhalten sich teils als Verein mit Vereinsbeiträgen, teils auf Grund einer freiwilligen Kopf- und Ilaussteuer. Die grösseren dieser Wehren sollen schon im Besitz moderner Apparate sein. — In einigen der