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Jüdische Turnzeitung · 1903-01-01 · 1 (1.1903) · p. [Seite]

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Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
4 (1903)
Issue
1 (1.1903)
Date
1903-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Wir sind jetzt auf dem Punkt angelangt, von dem aus uns verstattet ist, einen Rundblick auf das vor uns liegende Gebiet zu werfen und die Grenzen unseres Arbeitsfeldes abzustecken. Ein oberster Satz unseres Programms steht fest: dieses Blatt soll dienen der körperlichen Hebung der Juden im Sinne einer nationalen Aufgabe, d. i, der Hebung des jüdischen Stammes als einer in Blut und Geschichte einigen Gemeinschaft. Alles, was zur Erfüllung dieser gewaltigen Aufgabe nützen kann, suchen wir zu erforschen und in die weitesten jüdischen Kreise hinauszutragen. Zunächst die Kenntnis der unserem Stamm eigentümlichen, seinen Bestand schützenden oder gefährdenden Lebenserscheinungen; dann die Mittel, das Schützende zu bewahren, das Gefährdende zu bekämpfen. Das erste und wichtigste dieser Mittel ist, abgesehen von der sozialen Fürsorge für das jüdische Proletariat, die Pflege des Turnens, angefangen von der vermehrten Aufmerksamkeit, die die jüdischen Eltern dem Schulturnen und häuslichen Turnübungen ihrer Kinder widmen sollten, bis zum V ereinsturnen der Männer und Frauen, mit seiner Mannigfaltigkeit, seiner Disziplin, seiner Eigenschaft, soziale Gegensätze zu überbrücken. Dementsprechend geben wir Anleitung fürs praktische Turnen im Verein, aber auch im Hause für den, dem aus irgend welchem Grunde das Turnen im Verein unmöglich ist, wir suchen durch Aufsätze turnerischen Inhalts das Interesse an der Sache in jüdischen Kreisen zu erwecken und rege zu halten, und streben, die edle Turnkunst auch den Juden solcher Länder zugänglich zu machen, wo sie bisher noch gar kein oder ein nur kümmerliches Dasein gefunden hat*). Neben dem Turnen sind einzelne Sportzweige, wie Schwimmen, Rudern, Radfahren, Rasenspiele ein wichtiges Werkzeug zur körperlichen Erziehung und erfordern daher unsere Beachtung und Förderung in erhöhtem Masse**). Schliesslich haben wir für die Verbreitung wichtiger Lehren der Hygiene einzutreten. Darunter fällt z. B. der Hinweis auf nervenstärkende Berufe, wie Gärtnerei und Ackerbau; auch auf die Fragen des Alkoholmissbrauches, der Schädlichkeit der Verwandtenehen u. a. müssen wir unser Augenmerk richten. Durch rege Korrespondenz mit den unseren Bestrebungen gewidmeten Institutionen, durch stete Vergrösserung unserer „Jüdischen Turnerwelt" suchen wir einen engeren Zusammen- *) Mit welchem Erfolg, das beweist u. v. a. die Gründung der fast nur aus Nicht-Reichsdeutschen bestehenden neuen Mannerabteilung des Berliner „Bar Kochba". Näheres siehe unter Vereinsnachrichten. **) s. den Artikel „Einiges über die Jewish lad's brigade" im Oktober- und Novemberheft dieser Zeitung.

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