Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 12 (12.1902)
- Date
- 1902-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 12. 210. Herrn Huber, zweimal wöchentlich systematisch und ordnungsgemäss turnen und nach Schluss des Turnens in den schönen Räumen des neuen Heims des jüd.-liter. Vereines eine Stätte zwangloser Geselligkeit und Erholung finden. Ist die Vereinigung einmal auch materiell entsprechend fundiert, dann wird durch Herabsetzung der Mitgliedsbeiträge auch den minder bemittelten jüdischen Kreisen Troppaus die Pflege des Turnens ermöglicht werden. Ein demnächst stattfindender Herrenabend soll durch humorvolle Darbietungen das innere Vereinsleben fördern. Vorstand der Turn-Section: Dr. Lichtwitz, Obmann; Ingenieur Reich, Obmann-Stellvertreter; H. Kulka, Kassierer; Dr. Bick, Schriftführer; Lehrer Huber, I. Turn wart; Lehrer Meisel, II. Turnwart; Dr. Eibnschitz, Beisitzer j Dr. Singer, Beisitzer. Turnlokal: Turnhalle der staatlichen Lehrerbildungsanstalt. Turnzeit: Montag und Donnerstag V27—8 Uhr abends. Bielitz-Biala. Der hiesige jüdische Turnverein feiert am 31.Dezember d. J sein 4. Stiftungsfest. Sein 5. Vereinsjahr wird er am 1. Januar 1903 damit eröffnen, dass er seiner Männer- und Frauen- Abteilung eine Lehrlings-Abteilung hinzufügt. Wir wünschen dem in gedeihlicher Entwicklung begriffenen Verein, dass ihm ein frohes Stiftungsfest viele neue Freunde zuführen, und dass das kommende Jahr ihn nach jeder Hinsicht kräftigen und fördern möge! Olmütz. Gleichsam als Illustration zu dem Artikel in unserem Novemberbericht „aus der deutschen Turnerschaft" erhalten wir auf unsere statistische Umfrage aus Olmütz die folgende Zuschrift: Im Besitze des uns gütigst zugesandten Zirkulars können wir Ihnen zu unserem grössten Bedauern die Fragen nicht beantworten, da wir schon viele Monate gar nicht thätig sind und unser Verein nur auf dem Papier existiert. Wie Ihnen bekannt sein dürfte, ist hier im deutschen Turnvereine der Arier-Paragraph nicht aufgenommen worden, weshalb sämtliche Deutschnationalen aus dem T. -V. austraten und einen anderen gründeten. Die löblichen Juden unserer Stadt sahen sich daher verpflichtet, nicht nur im deutschen Turnvereine zu bleiben, sondern auch für denselben zu agitieren, um den durch die Juden verursachten Schaden wett zn machen. Die natürliche Folge war, dass unser Verein nicht nur nicht unterstützt wurde, wir wurden auch angefeindet. Wir sind daher aller Mittel entblösst, um die notwendigsten Turngeräte anzuschaffen und uns ein Turnlokal und Turnlehrer zu halten, wiewohl sich anfangs mindestens 25 ausübende Mitglieder einfinden würden. Wir müssen daher vorläufig einen günstigen Moment abwarten, um wieder thätig aufzutreten. Anfangs haben wir in einem benachbarteu Dorfe, % Stunden von der