Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 11 (11.1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11. 194. Der Wiener jüdische Verein jugendlicher Arbeiter hat im November eine Tum-Section begründet, die sich eines lebhaften Zuspruches zu erfreuen hat. Schon bei der ersten Übung fanden sich 25 Teilnehmer ein, und es ist zu hoffen, dass bei grösserer Agitation auch die übrigen Mitglieder des Vereines die unter der Leitung der Herren Dr. Max Jerusalem und Dr. Egon Zweig stehenden Curse fleissig besuchen wei den. (Näheres siehe Turntafel) München. Hier bestehen schon seit längerer Zeit zwei Turnriegen, und zwar die eine, gebildet aus Mitgliedern des hiesigen Vereins jüdischer Studenten, und die andere, welche sich aus den (fast sämtlich ausländischen) Mitgliedern des hiesigen jüdischnationalen Studentenverbandes zusammensetzt. Beide Riegen turnen in Turnvereinen der deutschen Turnerschaft mit, beabsichtigen aber in diesem Winter sich aufzulösen, um gemeinsam einen jüdischen Turnverein zu gründen. München, 9. Nov. Heute Abend fand im Jochbergschen Saale die konstituierende Versammlung zur Gründung eines jüdischen Turnvereins statt. Dem neuen Verein traten sofort 35 Herren als Mitglieder bei. Nach Beratung der Statuten wurde die weitere Ausgestaltung einer Kommission von 3 Mitgliedern übertragen, die Versammlung vertagte sich infolge der vorgerückten Zeit. Bei dem Münchner Turnverein von 1860, dem grössten hiesigen Turnverein, sowie den Oberturnwart Herrn Zisch fanden wir das grösste Entgegenkommen bezüglich der Überlassung der Turnhalle an zwei Abenden der Woche, sodass der Entwicklung unserer Sache eine günstige Prognose zu stellen ist.*) Leipzig. Also auch Leipzig hat seinen jüdischen Turnverein! Obzwar bereits vor länger als Jahresfrist von zionistischer Seite der Plan zur Gründung eines solchen ins Auge gefasst war, so zog sich doch infolge mannigfaltiger Anfeindungen die praktische Durchführung noch bis diesen Sommer in die Länge. Ein begeisterter Turner aus Köln war's, der uns zu raschem Handeln anfeuerte, und dem wir für seine unermüdliche thatkräftige Unterstützung zu *) Wahrend der Correctur dieses Heftes geht uns die Nachricht zu, dass die Mitgliederzahl des neugegründeten Vereins bereits auf 50 gestiegen ist. Wir möchten nicht verabsäumen, Herrn cand. med. Stahl, München, einem früheren Mitgliede des Berliner „Bar-Kochba", auch an dieser Stelle unsere wärmste Anerkennung für seinen bei der Gründung dieses unseres jüngsten Brudervereins bewiesenen Eifer auszusprechen, und geben dem Jüdischen Turnverein „Esra" (München) ein kräftiges „Hedad!" auf den Weg.