Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 11 (11.1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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No. 11- 193. Der durchschnittliche Besuch der Vorturnerübungsstunden des abgelaufenen Vereinsjahres betrug 6 Kandidaten und Vorturner; der Erfolg muss ein mittelmässiger genannt werden, da das Material von verschiedenster Qualität war. Die Durchschnittsziffer der Teilnehmer der Fechtübungen betrug 5. Der Grund, warum diese Abteilung nicht stärker besucht war, ist wohl in dem Umstände zu suchen, dass ein ziemlich hoher Beitrag geleistet werden musste. Mit Rücksicht darauf, dass die Fecht-Requisiten bereits vollständig in unser Eigentum übergegangen sind, war der Ausschuss in der Lage, den Monatsbeitrag bedeutend herabzusetzen; wir geben uns der Erwartung hin, dass diese Massregel von günstiger Wirkung sein wird. Es dürfte in Wien keinen zweiten Verein geben, der seinen Mitgliedern unter so massigen Bedingungen ein kunst- und schulmässiges Fechten zu erlernen und zu üben Gelegenheit bietet. Von turnerischen Vereinsveranstaltungen wären zu erwähnen das Schauturnen, welches am 10. Mai 1902 im Hotel Savoy mit 20 turnenden Teilnehmern veranstaltet wurde. Der Verlauf desselben war in turnerischer Hinsicht ein befriedigender und bietet eine Gewähr dafür, dass wir bei reger Arbeit wohl befähigt sein werden, auch höheren Anforderungen zu entsprechen. Am 1. Juni 1902 fand ein Vereinsausflug mit 43 Teilnehmern statt. Das Hauptverdienst an dem Gelingen des Ausfluges muss den Damen zugeschrieben werden. Zahlreiche Turnfahrten wurden unter Führung des I. Schriftführers Herrn Dr. Egon Zweig unternommen. Werfen wir einen vergleichenden Blick auf die beiden Jahre, welche unser Verein lebt, so ist zu konstatieren, dass der durchschnittliche Zuwachs an Turnern pro Abend 10 Mann beträgt. Jeder wird zugeben, dass dies eine erkleckliche Zahl ist, die ein gesundes Wachstum unseres Vereines bedeutet. Es ist uns gelungen, einen sicheren Grund zu legen; und auf ■diesem langsam weiterbauend, alles abstossend, was dem Gebäude sein festes Gefüge rauben könnte, alles festhaltend, was unsere Mauern zu eiserner Festigkeit härtet, wollen wir nicht verzagen, einen Hort zu schaffen, der Judas Kindern zugleich ein Born verjüngender Kraft und Schöne sein möge! Rudolf Follak, I. Turnwart.