Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 11 (11.1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/4921092-5965007-5965176--0564-4921626- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ho. 11. 189. ausgeführten, grösstenteils recht schwierigen Übungen ernteten sie reichen Beifall. — Der II. Teil des Programms brachte eine Rezitation von Frl. Gertrud Joachimsthal: Triumphgesang der Juden (von Münchhausen); Frl. Paula Joseph bot uns mit der 6. Rhapsodie von Liszt eine Probe ihres tüchtigen Könnens. Sehr exakt ausgeführte Hantel- und Stabübungen einiger Mitglieder unserer I. Frauenabteilung und schwierige Pyramiden, von mehreren Turnern des Bar Kochba wirkungsvoll gestellt, fanden lebhaften Anklang. Die Anfangs- und Schlussstrophe des ergreifenden Liedes: „Dort, wo die Ceder schlank die Wolke küsst" wurden von der Festgesellschaft gesungen, die übrigen Strophen trug Herr cand. phil. Lebowitz vom Berliner V. J. St. mit klangvoller Stimme vor. Den Schlussgesang bildete das Lied: Brüder, lasst den Sang ertönen". Zu Beginn der Kaffeetafel wurde der Einlauf an Telegrammen und Briefen, die von Vereinen und Privatleuten an uns gelangt waren, verlesen*). Nachdem die anwesenden Vertreter befreundeter Vereine auf das Gedeihen unseres „Bar Kochba" getoastet, führten Frl. Eva Kapauner und Frl. Auguste Gostynski ein niedliches Duett recht anmutig auf; Frl. Bursztin, Frl. Amolski und Herr Lebowitz machten sich durch schalkhafte Lieder und Vorträge um das Gelingen der Stiftungsfeier verdient. Um Mitternacht begann der Tanz, der bis zum Morgen währte, dann endete das wohlgelungene Fest, das mehr denn 300 Gäste in den Räumen der Ressource versammelt hatte. Wir wollen nicht versäumen, *) Durch einen unglücklichen Zufall trafen die Glückwünsche der „Jüdischen Turnerschaft von 1902 zu Hamburg" und des „Israelitischen Turnvereins zu Konstantinopel" verspätet ein. Das Schreiben des letztgenannten Brudervereins wollen wir unseren Lesern nicht vorenthalten, es lautete: Konstantinopel, den 31. Oktober 1902. Tit. Jüdischer Turnverein „Bar Kochba" Berlin. Verbindlichsten Dank für frdl. Einladung zu Ihrem IV. Stiftungsfeste, dem beizuwohnen die raumliche Entfernung uns leider verhindert. Empfangen Sie daher auf diesem Wege unsere herzlichsten Glückwünsche, mit denen wir den noch innigeren Wunsch verbinden, dass Ihr löblicher Verein, der schon heute in der jüdischen Turnerwelt einen Ehrenplatz einnimmt, auch stets wachsen und gedeihen möge. Im Geiste reichen wir Ihnen Allen die Hand und mit Ihnen schwören auch wir: „Treu zu bleiben, bis ans Ende Unserm Volk mit Gut und Blut." Mit jüdischem Turner- und Zionsgruss für den Vorstand des Israelitischen Turn-Vereins. Victor Schwarz, Obmnnn.