Jüdische Turnzeitung
- Journal
- Jüdische Turnzeitung
- Volume
- 3 (1902)
- Issue
- 11 (11.1902)
- Date
- 1902-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nö. 11. 187. Max Zirker wurde bereits in der konstituierenden Sitzung des „Bar Kochba" zum Turnwart gewählt. Ohne eigentliche praktische Vorbildung im Kommandieren unternahm er das Wagnis, den Verein turnerisch zu leiten. Lehrend lernte er — und es gelang. Mit besonderer Liebe nahm er sich später als Vorturner seiner zumeist aus Anfängern bestehenden Riege an und hatte manchen schönen Erfolg zu verzeichnen. Aber das Turnwartamt war nicht sein eigentliches Feld, vielmehr nur ein Teil seiner Vereinsthätigkeit. Ihm lag vor allem die nationale Idee der jüdischen Turnbewegung und ihre planmässige Organisation am Herzen. Er musste sich daher die Frage vorlegen: Wie kann man unsere Bestrebungen den jüdischen Massen bekannt machen? In der jüdischen Presse Hess sich eine wirkungsvolle Propaganda kaum entfalten. So reifte in ihm der Gedanke, ein Fachblatt zur Erörterung jüdischer und turnerischer Fragen zu begründen. Auf Zirkers Antrag wurde die Herausgabe einer Jüdischen Turnzeitung im April 1900 beschlossen. Mit welcher hingebenden Sorgfalt und Liebe hat er an diesem Blatt gearbeitet, Material beschafft, Korrekturen durchgesehen und häufig selbst an der Expedition sich beteiligt, mit welcher Anspannung seiner Kräfte ist er für die Schaffung einer sicheren materiellen Grundlage unserer Turnzeitung thätig gewesen!. Nachdem er in der Jüdischen Turnzeitung einen geistigen Sammelpunkt für die Interessen der jüdischen Turner bereitet hatte, that er den zweiten Schritt und forderte mit dem ihm eigenen Nachdruck die Bildung eines organisierten Bundes der jüdischen Turnvereine. Ein Aufruf zur Gründung eines solchen Verbandes wurde im Juni 1900 in diesem Blatte veröffentlicht, auch private Korrespondenzen mit den betreffenden Vereinsvorständen geführt. Aber die Frage war damals noch nicht spruchreif. Auf unserer letzten Generalversammlung wiederholte Zirker seine Anregung unter Vorlegung eines bis ins Einzelne ausgearbeiteten Verbandsstatuts (vgl. Juniheft dieser Zeitschrift). Zu erwähnen ist noch die durch ihn besorgte Herausgabe unseres Vereinsliederbuches für Jung-Juda. Die wesentliche Bedeutung Zirkers für die jüdische Tumerei liegt darin, dass er bestrebt war, der jüdischen Turnerschaft eine einheitliche Organisation auf nationaljüdischer Basis zu geben. Sein Wirken gehört demnach der gesamten jüdischen Turnbewegung an. Der Schwerpunkt von Blums Thätigkeit dagegen ist in seiner Stellung als Vereinsturnwart gekennzeichnet. Hier bot sich für