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Jüdische Turnzeitung · 1902-11-01 · 11 (11.1902) · p. [Seite]

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Turnzeitung
Volume
3 (1902)
Issue
11 (11.1902)
Date
1902-11-01
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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No. 11. 182 In der ganzen Schilderung wird kein Wort laut von irgend einem Unfall, einer Unordnung, einer Indisziplin. Alles erscheint in vorteilhaftestem Licht, Offiziere und Knabee bilden ein geschlossenes, grosses Ganze, dessen Mitglieder sich alle wohl bewnsst sind, dass sie etwas Ehrenvolles vollbringen. Echte und wirkliche Kameradschaftlichkeit wird allen Teilnehmern nachgerühmt. Die Offiziere sind nicht nur die Vorgesetzten der Knaben, sondern sie mühen sich, an all' ihren Leiden und Freuden teilzunehmen, sie treten ein in die Elternhäuser, belehrend und aufrichtend, sie sorgen, soweit es in ihren Kräften steht, für ein wirtschaftliches Fortkommen der Knaben nach der Entlassung aus der Schule. Hiermit greift die Institution über in das Gebiet sozialer Wohlfahrtsbestrebungen, wie sie in England hauptsächlich dnrch Toynbee-Hallen und Settlements erstrebt werden. Das Gebiet ist unbegrenzt. Es ist zu hoffen, dass die J. L. B. sich rüstig auf dem eingeschlagenen Wege vorwärts bewege, sie leistet Grosses in bezug auf die Regeneration unseres jüdischen Stammes. Manches mag uns an ihrem Thun übertrieben und in etwas komischer Beleuchtung erscheinen, dann aber dürfen wir nicht den Einfluss des Milieus vergessen, in welchem dieser jüdisch-englische Sprössling gedeiht. _ „Vom Heimweg"*). Unsere Seelen stehen auf wie unsere Leiber. Wollte man nach einem rechten Bilde suchen für diese wundervolle Erscheinung, für dieses Erwachen und Sichaufrichten der zarten Seelen, man müsste selber darüber zum Dichter werden. Es ist fast unmöglich, anders davon zu sprechen als in Symbolen. Alle anderen Namen dafür sind kalt. Es sind in Wahrheit „aufduftende Knospen", erwachende Kinder."--- Mir gehen ein paar Verse nicht aus dem Sinn. Sie sind aus dem Buch unsres Dichters, und aus einem der schönsten seiner Gesänge. Die Verse im „Taschlich": Und mark'ge Arme schleudern weithin weit,-- Die Schmerzerinnerung aus der Sklavenzeit! — Das ist's was sie thun, unsre jungen Poeten, einer nach dem andern. Und das ist das Gleichniss auch für unseren Dichter. *) „Vom Helmweg", Verse eines Juden. Von Theodor Zloclstl. Verlag der „Jüdischen Volksstlmme", Brünn.

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